Welche Erfolgsfaktoren sind wirklich nützlich?

140808-was_uns_voranbringt_4freelance_JPGWelche Faktoren bringen uns wirklich voran?

Mal wieder schlechte Nachrichten aus dem Diesseits:

  • Magie funktioniert nicht
  • Sofort-Lösungen sind fast immer Quack

Was aber bringt mich dauerhaft nach vorne, bringt mir dauerhaft mehr „Erfolg“ (wie ich ihn auch immer definiere)?

Binsenweisheit: Will ich andere Ergebnisse als bisher, muss ich etwas anderes tun als bisher. Ich sollte Blickwinkel, Denkweisen, und – am wichtigsten – Gewohnheiten ändern.

Während meiner Coaching-Ausbildung wurden uns vor allem drei Faktoren des persönlichen Vorankommens nahegebracht:

  • Innere Verpflichtung
  • Übung
  • Geändertes Umfeld

Innere Verpflichtung

Besonders die „innere Verpflichtung“ wurde uns als besonders wichtig dargestellt.

Du musst „an Dich glauben“!

Was auch immer das bedeutet – jener Begriff vom „Glauben“ wird unterschiedslos verwendet für ganz verschiedene innere Vorgänge.

Gerne wird der Begriff „Glauben“ verwendet für das Konzept, sich selbst etwas einzureden. Nachteil: Das bringt überhaupt nix.

Es gibt eine andere Art von „Glauben“, die aber mit „glauben“ aber nichts zu tun hat, sondern mit tatsächlich erlebten Erfahrungen. Jemand „glaubt“, dass er etwas kann, wenn er es hunderte Male getan hat.

Die wirksame Art von „Glauben“ ist also die FOLGE von Ergebnissen, nicht die Voraussetzung von Ergebnissen.

Vor allem die Human Potential Bewegung der 1960er Jahre hat dies gründlich durcheinander gebracht und behauptet, durch Einreden eines Konzeptes könne ich das Konzept besser umsetzen. Stimmt aber nicht.

Sicherlich hilft es, wenn ich mich innerlich verpflichte. Problematisch ist auch hier, was bedeutet das überhaupt?

Mir hat es oft geholfen, ein Ziel vor Zeugen auszusprechen, sei es ein „Erfolgsteam“, eine Seminargruppe oder eine andere Art Forum. Das führte zu einer zumindest implizierten äußeren Verpflichtung, an die ich mich emotional gebunden fühle.

Aber auch Verpflichtung hilft natürlich nichts ohne konkrete spezifische Pläne und deren Umsetzung.

Übung

Es gilt nach wie vor: Übung macht den Meister. Und zwar gezielte, regelmäßige Übung, möglichst genaues Üben mit klaren, überprüfbaren Zwischenzielen, am besten unter der Supervision von jemandem, der bereits das erreicht hat, was ich erreichen will.

Zu Häufigkeit und Rhythmus des Übens an anderer Stelle.

Die Menschen, die etwas besonders gut können, können dies in der Regel nicht durch Magie oder „Affirmationen“, sondern weil sie es sehr oft gemacht haben.

Persönliches Umfeld

Der wirksamste Erfolgsfaktor von allen ist das persönliche Umfeld.

Wer uns umgibt, wer uns unmittelbar direkt und indirekt Feedback gibt, wer auf uns abfärbt, diese Menschen haben den stärksten Einfluss auf uns.

Studien an entlassenen Strafgefangenen zeigen: Diejenigen, die in ihr altes Umfeld zurückkehren, wo Gewohnheiten vorherrschen, die im Konflikt zu Gesetzen stehen, geraten meistens schnell wieder in den alten Trott.

Meistens kehren sie deswegen bald wieder ins Gefängnis zurück.

Diejenigen, die viel Zeit in einem anderen Umfeld verbringen, schaffen es am ehesten, aus dem Strafvollzug heraus zu bleiben.

Das eine Umfeld ist nicht „besser“ als das andere, beide sind nur an unterschiedliche Gewohnheiten und unterschiedliche Konsequenzen gewöhnt.

Einige wenige Vorbestrafte schaffen es sogar, Ärzte oder Banker zu werden und haben fortan die Möglichkeit, ganz legal einen Haufen Verbrechen zu begehen.

Das Umfeld ist allerdings auch am schwierigsten zu verändern. Diese Veränderung erfordert am meisten Arbeit und oft auch Schmerz.

Liebgewonnene Menschen haben vielleicht Denkweisen und Gewohnheiten, die meine Ziele nicht unterstützen, dennoch fühle ich mich innerlich an sie gebunden.

Manche „Erfolgs-Gurus“ empfehlen hier eine Radikalkur: „Schmeißen Sie die Loser aus Ihrem Leben!“

Ich fürchte, diese Empfehlung zielt eher darauf ab, Kritik an den Ideen des Gurus abzuwehren, indem man alle Kritiker einfach aus seinem Leben aussperrt.

Eine andere Möglichkeit kann sein, dass Sie sich weiterhin an das Herz Ihrer liebgewonnenen Menschen gebunden fühlen, aber nicht mehr an deren Gewohnheiten, falls diese Gewohnheiten Sie nicht unterstützen.

Dann folgt der schwierigere Teil: Ein neues Umfeld aufzubauen, möglichst mit Menschen, die bereits das erreicht haben, was Sie wollen, mindestens aber mit solchen, die erkennbar ehrlich und tatsächlich an ähnlichen Zielen arbeiten.

Damit ist NICHT gemeint, dass sie über „Ziele“ und „Visionen“ herumlabern, sondern nachhaltig wirklich in Aktion gehen und ihre Ergebnisse messen und mit den Messergebnissen weiter arbeiten.

Die Nähe von „erfolgreichen“ Menschen (wie immer ich das auch definiere) kann erst einmal stressig sein.

Die extrem Erfolgreichen haben oft (nicht immer) recht „spezielle“ Persönlichkeiten, die mitunter anstrengend sind.

Erfolgreiche Menschen auf der „mittleren“ Ebene erscheinen mir vielleicht überlegen und ich fühle mich unterlegen oder klein. Mich in ihrer Nähe aufzuhalten, kann auch erst einmal anstrengend sein.

Der erste Schritt ist natürlich überhaupt in die Nähe der Erfolgreichen vorgelassen zu werden. Je erfolgreicher die Menschen sind, desto besser sind sie abgeschirmt. Zur Durchdringung des Schutzschirms Anregungen an anderer Stelle.

Einer der großen Vorteile eines günstigen Umfeldes ist, dass ich jeden Tag mit allen Sinnen aufnehme, dass

  • mein Ziel erreichbar ist
  • es Menschen gibt, die mit derlei Zielen ganz normal und alltäglich umgehen

Allein das kann meine gesamte Wahrnehmung und Interpretation der Welt grundlegend umprogrammieren.

Und wenn ich ein Pionier bin, der etwas vorhat, das noch nie gewagt wurde?

Zunächst überprüfen Sie einmal, ob es wirklich noch nie gewagt wurde. Das Meiste, was wir für sensationell brandneu halten, ist in Wirklichkeit abgegriffen und öde.

Und wenn Ihre Idee wirklich ganz neu ist? Dann versuchen Sie, andere Pioniere zu finden, nur auf anderen Gebieten.

Die sind allerdings nicht immer so umgänglich. Auch Pioniere, jedenfalls diejenigen mit wirklichem Talent, sind oft sehr verhaltensoriginell. Aber einen davon können Sie sicherlich als Weggefährten gewinnen.

VIEL ERFOLG!

Alexander Meneikis

Jahrgang 1969, Betriebswirt, Controller, Kaufmännischer Allrounder, seit 1998 selbständig, Projekte in Finanz- und Vertriebscontrolling bei Shell, Airbus, Germanischer Lloyd, Alice, freenet und vielen anderen. Alexander Meneikis hält zahlreiche Vorträge und Workshops bei Handelskammern und anderen Bildungsträgern, sowie bei selbst organisierten Veranstaltungen. Auf seinem Controlling Blog finden Sie Artikel und Gratis-Videos zu Themen von Controlling und Unternehmensführung. Sie finden Alexander Meneikis auf LinkedIn, seiner Internetseite und Twitter