Was Sie über sich selbst glauben ist Jesus wurscht

Christ_oriental_Malala-Yousafzai_PD KopieWas Sie über sich selbst glauben, ist egal. Es ist nicht nur Jesus völlig wumpe, sondern auch jedem anderen.

Mir geht es heute um ein sehr dummes, gleichwohl verbreitetes Konzept.

Dieses Konzept verkauft seit Jahrzehnten Kurse, ebooks, Seminare usw.

Nachteil des Konzeptes: Es ist unzutreffend.

Inhalt des Konzeptes: Wenn Sie an etwas GLAUBEN, sorgen Sie praktisch schon dadurch dafür, dass es passiert.

Sie sollen nur „an sich glauben“ (was immer das heißt), und schon werden all Ihre Wünsche wahr, im Zweifelsfall ohne jede Anstrengung.

Durch das Wiederholen von „Glaubenssätzen“ sollen Sie dafür sorgen, dass Sie etwas, was Sie bisher nicht geglaubt haben, nun glauben. Ihr „Unterbewusstsein“ (ein offenbar sehr simpel gestrickter Apparat) wird schlicht überredet zu glauben.

Und da nun (seit es den Begriff gibt, neuerdings durch „Quantenphysik“) das Unterbewusstsein die materielle Wirklichkeit erschafft (oder, naja…), kann die wehrlose Wirklichkeit nicht anders als Ihre Wunschträume zu erfüllen.

Ein Teil der Argumentation basiert auf der Behauptung, dass „erfolgreiche“ Menschen „an sich glauben“.

Mit dieser Behauptung gibt es zwei Probleme:

Erstens: Sie ist nicht wahr.

Manche wirtschaftlich erfolgreichen Menschen glauben an ihre Fähigkeiten und ihren Erfolg, manche nicht.

Es gibt einige erfolgreiche Menschen, die sich für unfähig halten, einige, die sich selbst für sehr fähig halten, und viele, die sich darüber überhaupt keine Gedanken machen.

Zweitens: Was jene erfolgreichen Menschen haben, ist NICHT Glauben. Sie haben reale Erfahrungen.

Sie haben auf ihrem Gebiet gelernt durch Übung, durch Arbeit, durch Erfolge und Misserfolge.

In ihren Erfahrungen haben sie  eine Menge Feinheiten und Nuancen gelernt, die in der Theorie kaum zu vermitteln sind. All das hat rein gar nichts nichts mit Glauben zu tun.

In den Beziehungen zu Ihren Kunden kann solcherlei „Glauben“ sogar Schaden anrichten, denn je weniger Ihr Glauben von Ihrer Zielgruppe geteilt wird, desto weniger werden Sie ernst genommen.

Mein Rat wäre: Arbeiten Sie an Ihren Fertigkeiten, machen Sie Erfahrungen, erfreuliche und unerfreuliche. Damit kommen Sie besser voran.

Viel Erfolg!

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Alexander Meneikis

Jahrgang 1969, Betriebswirt, Controller, Kaufmännischer Allrounder, seit 1998 selbständig, Projekte in Finanz- und Vertriebscontrolling bei Shell, Airbus, Germanischer Lloyd, Alice, freenet und vielen anderen. Alexander Meneikis hält zahlreiche Vorträge und Workshops bei Handelskammern und anderen Bildungsträgern, sowie bei selbst organisierten Veranstaltungen. Auf seinem Controlling Blog finden Sie Artikel und Gratis-Videos zu Themen von Controlling und Unternehmensführung. Sie finden Alexander Meneikis auf LinkedIn, seiner Internetseite und Twitter
  • Marko Vasilj

    Wat ein geblubber – Schwarz/Weiß Malerei.

    Wenn ich eines gelernt habe, dann dass die Welt, das Leben die !Realität! Ein Schwarz oder Wieß nicht kennt.

    P.S. Jeder macht Erfahrungen – ob er nun glaubt oder nicht.

  • Martina Diel

    Sehr substanziell finde ich den Artikel nicht. Daher fällt meine Antwort vorerst auch etwas knapp aus: http://de.wikipedia.org/wiki/Priming_%28Psychologie%29