Was bringen Internet-Videos als Freelancer?

Eine große Welle, die gerade von vielen Beratern geritten wird, ist die der Internet-Videos.

Videos im Internet sollen Kompetenz zeigen und Sympathie gewinnen. Glaubt man dem Hype, so sind Internetvideos der Verkaufshammer schlechthin.



Sicherlich, für den Verkauf vieler Produkte und mancher Dienstleistungen sind Videos als Demos sehr hilfreich. Hotels, ferngesteuerte Hubschrauber oder Airlines werden per Video vorgestellt. Eine schöne Präsentation kann hier durchaus Präferenzen schaffen.



Wie sehr helfen aber Videos dem Freiberufler?



Ich selbst habe bereits 2004 damit begonnen, Videos fürs Internet zu produzieren, vor allem von meinen eigenen Vorträgen, sowie ein paar Podcasts (kommentierte Slideshows).



Anzahl online gestellter Videos: ca. 25. Views: Jeweils zwischen 100 und 15.000 pro Video. Gewonnene Aufträge und Empfehlungen bisher: Null. Imagegewinn: Keine Ahnung.



Natürlich haben die Videos mein Google-Ranking verbessert. Aber wer sucht online nach einem freiberuflichen Vertriebscontroller? Niemand.



Eine Anregung ist, ein lustiges Video zu machen, damit das Publikum auf meinen Kanal kommt und dort weitere Videos anschaut. Also habe ich vor wenigen Jahren drei lustige Videos produziert. Ergebnis: 15.000 Views auf einem der lustigen Videos, und null Effekt auf die anderen Videos, geschweige denn auf meine Auftragslage.



Andere Anregung: Videos über etwas, das mich interessiert und wofür es Fans gibt. Aus meiner Vergangenheit als sehr aktiver Fan von KISS und Mötley Crüe hatte ich noch ein paar Demos – darunter Stücke, die bis dato nur ganz wenige Menschen gehört hatten. Also habe ich daraus Videos gemacht. Ergebnis: Tausende von Views auf den Demos, null Abfärbung auf mein sonstiges Angebot.



Möglicherweise wird sich da in den nächsten Jahren etwas ändern, wenn die Sehgewohnheiten sich geändert haben und sich der Schwerpunkt auf youtube vom Entertainment etwas weiter in Richtung fachlicher Inhalte verschiebt.

Wenn überhaupt, was für ein Video sollte ich machen?

Hier gibt es grundsätzlich 2 Richtungen:
1. Imagevideo
2. Fach-Video mit Mehrwert



Das Imagevideo dient dem möglichen Kunden vor allem dazu, festzustellen, wie Sie als Person wirken und ob Sie ihm sympathisch sind. Halten Sie ein solches Video unter 3 Minuten, sagen Sie möglichst selten „äh“ und lassen Sie sich gut ausleuchten. Ausleuchtung sind zwei Drittel der Videoqualität bei einer reinen Personenvorstellung. Damit man Sie von der Lampe unterscheiden kann, pudern Sie die Stirn ab.



Beim Fachvideo: Finden Sie Themen, die Ihre Zielgruppe interessiert, liefern Sie wertvolle Informationen, Wissen, Anleitungen. Die Länge hängt vom Thema ab. Reden Sie aber nicht zuviel von sich selbst und ziehen Sie das Video bloß nicht in die Länge durch weitschweifende Ausführungen. So kurz und knackig wie möglich, so lang wie nötig. Auch hier sagen Sie möglichst wenig „äh“ (ggf. herausschneiden), sonst ist das Zuhören körperlich schmerzhaft !!



Beim Fachvideo schadet eine gute Ausleuchtung nicht, ist aber nicht entscheidend. Manche sehr beliebte Vorträge auf youtube haben eine katastrophale Ausleuchtung und Slides, mit denen man einige Gebäude nicht betreten dürfte. Aber der Inhalt und der Lerngewinn sind sehr gut.



VIEL ERFOLG!

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Alexander Meneikis

Jahrgang 1969, Betriebswirt, Controller, Kaufmännischer Allrounder, seit 1998 selbständig, Projekte in Finanz- und Vertriebscontrolling bei Shell, Airbus, Germanischer Lloyd, Alice, freenet und vielen anderen. Alexander Meneikis hält zahlreiche Vorträge und Workshops bei Handelskammern und anderen Bildungsträgern, sowie bei selbst organisierten Veranstaltungen. Auf seinem Controlling Blog finden Sie Artikel und Gratis-Videos zu Themen von Controlling und Unternehmensführung. Sie finden Alexander Meneikis auf LinkedIn, seiner Internetseite und Twitter