Soll ich mich darüber sorgen, was andere über mich denken?

gorilla-denkt_pixabayVorsicht: Dieser Artikel hat einen Zynismus-Alarm von ca. 67%. Bei Unverträglichkeit bitte vorher Joghurt essen oder andere allergiehemmende Maßnahmen ergreifen.

Ich schiebe diesen Artikel mal off-topic dazwischen und bewerbe ihn auch nicht, weil es hier nicht um Freiberufler-Themen geht.

Wir machen uns mitunter Sorgen, was andere „über uns denken“ könnten.

Wir tun bestimmte Dinge oder tun einige Dinge nicht, weil andere etwas „denken“ könnten.

Manche sagen dann: Kümmere Dich nicht darum, was andere denken!

Ich sage: Zunächst einmal – wenn Leute denken würden, fände ich das ganz toll. Angesichts des Zustandes der Welt sehe ich da aber wenig Hoffnung.

Was Menschen aber oft tun, ist Urteilen.

Urteilen ist NICHT denken.

Urteilen ist ein gänzlich anderer Vorgang. Urteile stammen aus erworbenen emotionalen Reflexen, die wir als Kinder übernommen haben, auf Basis dessen, was wir als Schmerz bzw. Bestrafung wahrgenommen haben.

All das, was mit Schmerz und Bestrafung assoziiert wird, ist demnach „schlecht“ und wird aus dem emotionalen Reflex heraus so beurteilt. Bei mir selbst und bei anderen.

Das Urteil hat also mit dem Beurteilten wenig zu tun. Es hat auch mit dem Urteilenden in der Gegenwart wenig zu tun. Es ist ein erworbener Reflex aus der Vergangenheit, der nicht reflektiert ist, nicht inhaltlich überprüft, rein automatisch.

Solche Urteile finde ich relativ egal. Sie sind schlicht irrelevant.

Wenn jemand anders über mich urteilt, und es macht mir etwas aus, dann habe ich dasselbe Urteil über mich.

Wenn ich über jemand anders urteile, dann, um mich selbst emotional zu schützen, um meinen eigenen Schmerz abzublocken.

Aber mit Fakten oder kompetenten Messungen haben diese Urteile nichts zu tun.
Wenn denn jemand mal eine durchdachte, kompetente Einschätzung von mir hat, bin ich froh und dankbar.

Qualifiziertes Feedback – wohlgemerkt QUALIFIZIERTES – finde ich sehr wertvoll.

Selbst Gemecker kann wertvoll sein, wenn es denn auf Fakten in der Gegenwart basiert.

Gutes, brauchbares Feedback finde ich sehr schwer zu bekommen.

Zumindest sollte die Rückmeldung irgendetwas Spezifisches enthalten, mit dem ich etwas anfangen kann, das ich gegebenenfalls ändern kann.

Ist aber selten. Öfter wird geurteilt.

Allerdings wird nach meiner Beobachtung weit weniger geurteilt, als wir befürchten.

Die meisten Menschen denken überhaupt nicht über Sie nach. Die sind zu beschäftigt mit der Sorge darüber, was Sie wiederum über sie denken. Wahrscheinlich gar nichts.

Überall wo ich beobachtet habe, dass Menschen ihre Urteile über andere wirklich reflektiert haben (unter anderem in meinen Trainings), kamen Sie immer zum gleichen Schluss: „Alles, was ich über Dich geurteilt habe, hatte mit Dir überhaupt nichts zu tun.“

Genau. Es hat mit niemandem etwas zu tun.

 

 

 

 

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Alexander Meneikis

Jahrgang 1969, Betriebswirt, Controller, Kaufmännischer Allrounder, seit 1998 selbständig, Projekte in Finanz- und Vertriebscontrolling bei Shell, Airbus, Germanischer Lloyd, Alice, freenet und vielen anderen. Alexander Meneikis hält zahlreiche Vorträge und Workshops bei Handelskammern und anderen Bildungsträgern, sowie bei selbst organisierten Veranstaltungen. Auf seinem Controlling Blog finden Sie Artikel und Gratis-Videos zu Themen von Controlling und Unternehmensführung. Sie finden Alexander Meneikis auf LinkedIn, seiner Internetseite und Twitter