Was nützt SEO dem Freiberufler?

Bei Google auf Platz 1 – und kein wirtschaftlicher Nutzen?

Gestern stellte ich fest, dass ich mit den Suchbegriffen „vertriebscontroller interim manager“ (das letzte Wort schlug Google automatisch vor) bei Google alle Plätze von 1-7 belegte.



Um 2007 herum war ich bereits Nr. 1 mit „Interimsmanagement Hamburg“. Dem ging eine konzertierte, durchdachte Strategie im SEO voraus.



Haben sich daraus Aufträge ergeben? Keine.



Haben sich daraus Anfragen ergeben? Keine.



Haben sich daraus relevante Kommunikationen mit der Zielgruppe ergeben? Keine.



Da sich überhaupt kein wirtschaftlicher Nutzen daraus ergeben hat, habe ich das Ranking dann vernachlässigt und natürlich die hohe Platzierung verloren. Nach der Begriffskombination „Interimsmanagement Hamburg“ hat vermutlich auch niemals ein einziger potenzieller Kunde gesucht, sondern nur IMs auf der Suche nach Aufträgen. Die waren natürlich sofort wieder weg von meiner Seite, als sie sahen, dass ich Mitbewerb bin.



„vertriebscontroller interim manager“ und ähnliches hat da mehr Potenzial, auch von möglichen Kunden gesucht zu werden, zumindest von fachlich orientierten Ansprechpartnern im Kundenunternehmen. Bisher zeigt das Besuchsverhalten allerdings, dass sehr selten wirklich etwas gelesen wird.

Warum ist das so?

Zum Einen:Nach meinen bisherigen Beobachtungen wird nach kaufmännischen Freiberuflern kaum online gesucht. Gesucht wird nach verschiedenen Lösungen im Bereich Training, Coaching, Fortbildung. Unter den kaufmännischen Selbständigen wird am ehesten noch der freie Buchhalter online gesucht – aber nicht der Controller.



Ein Freund von mir bietet Konfliktmanagement und Management-Training auf einer qualitativ außerordentlich guten Website. Er hat bereits lukrative Aufträge darüber erhalten.



Ein anderer Freund bietet Paarcoaching und Beziehungstraining auf einem sehr clever gestalteten Blog, den er zur Kommunikation mit seiner Zielgruppe nutzt – allerdings will die Zielgruppe hier auch kommunizieren und tut dieses.



Der Controller allerdings, der Recruiter, der Treasurer – sie werden nach allem, was ich bisher gelesen und gehört habe, kaum online gesucht. Vielleicht ändert sich dies noch. Bei diesen Anbietern ist es auch schwierig, das hohe Maß an Vertrauen, das für eine Auftragsvergabe notwendig ist, online zu schaffen; ohne gehaltvollen persönlichen Austausch wird da nichts zu gewinnen sein. Aber zumindest wird es in Zukunft vielleicht eher möglich sein, über das Web Kontakt herzustellen.



Zum Anderen: Es genügt ja nicht, nur geklickt zu werden. Klick und weg – das bringt mir nichts. Wer klicken soll, ist die Zielgruppe. Und die soll natürlich meine Inhalte relevant finden und lange genug lesen, um Vertrauen zu meinem Angebot zu fassen.



Wie man das erreicht? Am besten durch dauerhaften, regelmäßigen Output von gutem Content, den die Zielgruppe relevant findet. Dann dauert es eine Weile, bis das Angebot sich etabliert.



Möglicherweise habe ich also nicht den Content, der die Zielgruppe wirklich interessiert. Oder mein neuer Blog ist noch nicht lange genug online (in ernstzunehmendem Format seit ca. April 2012).



Wie werde ich weiter vorgehen? Ich werde fortfahren, Content zu produzieren, der mir werthaltig erscheint. Daneben werde ich, wie bisher, ein Netzwerk an Kontakten offline pflegen.



VIEL ERFOLG!

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Alexander Meneikis

Jahrgang 1969, Betriebswirt, Controller, Kaufmännischer Allrounder, seit 1998 selbständig, Projekte in Finanz- und Vertriebscontrolling bei Shell, Airbus, Germanischer Lloyd, Alice, freenet und vielen anderen. Alexander Meneikis hält zahlreiche Vorträge und Workshops bei Handelskammern und anderen Bildungsträgern, sowie bei selbst organisierten Veranstaltungen. Auf seinem Controlling Blog finden Sie Artikel und Gratis-Videos zu Themen von Controlling und Unternehmensführung. Sie finden Alexander Meneikis auf LinkedIn, seiner Internetseite und Twitter