Projektwerk stellt sich vor [Video Interview]

 Video Interview mit Interview mit Daniela Chikato von Projektwerk

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Transkription

Heute haben wir Daniela Chikato. Daniela ist Geschäftsführerin von Projektwerk. Daniela, magst du dich einfach mal kurz vorstellen?

Ja gerne. Danke Timo auch für die Einladung heute zu diesem Interview und herzlich willkommen an alle Zuschauer. Ich bin Daniela Chikato, bin 41 Jahre jung und lebe hier in Hamburg und bin seit gut einem halben Jahr Geschäftsführerin von Projektwerk.com.

Daniela, magst du vielleicht erst einmal das Geschäftsmodel von Projektwerk vorstellen? Also normalerweise haben wir ja hier Recruting-Agenturen, aber Projektwerk ist ein Portal, das heißt das wäre mal interessant zu wissen wie das funktioniert und wie Projektwerk Geld verdient.

Ja gerne. Projektwerk gibt es seit 15 Jahren. Wir sind eine klassische Projektbörse, auf der Unternehmen beziehungsweise Projektvermittler ihre Projektausschreibungen platzieren, passende Freiberuflerprofile entdecken und mit den Kandidaten in Verbindung treten können, und auf der anderen Seite können Freelancer ihre Expertenprofile veröffentlichen, können somit ihre Expertisen, ihre Stärken und ihre Projekthistorie zur Schau stellen sozusagen, sich vermarkten, und können aber auch auf diesem Wege Projektangebote von Unternehmen und Providern entdecken und sich auch aktiv bewerben. Das heißt also wir sind ein virtueller Marktplatz, vergleichbar mit klassischen Jobbörsen wie zum Beispiel Stepstone oder Monster, nur eben rein auf Projekte und Freiberufler spezialisiert. Und somit verdienen wir unser Geld – du fragtest ja nach dem Geschäftsmodell. Unser Haupteinkommen erzielen wir natürlich durch unsere Mitglieder. Das bedeutet wann immer Freiberufler oder Unternehmen oder Vermittler zusammenfinden zur freiberuflichen Mitarbeit, dann ist dafür Grundsätzlich niemals ein Besetzungshonorar an uns zu bezahlen, sondern wir verdienen unser Geld über Mitgliedsgebühr. Das kann man sich so ähnlich vorstellen wie auf anderen Portalen. Zum Beispiel Xing, da kann man ja auch Basismitglied sein und kostenfrei in limitiertem Umfang die Plattform nutzen – so auch bei uns – und wenn man aber in vollem Umfang die Plattform nutzen möchte, dann nutzt man eine Mitgliedschaft, entrichtet für diese auch Geld und das Ganze ist ein Abo-Modell, das sich eben nach einem bestimmten Nutzungszeitraum automatisch verlängert – der Zugang, wenn man ihn nicht rechtzeitig vorher kündigt. Daneben haben wir noch ein paar andere (…)[0:02:48.3], zum Beispiel Werbung auf der Plattform in verschiedensten Formen. Unternehmen können sich als – wie es immer so schön heißt – „Employer of choice“ präsentieren. Auch in der Projektarbeit sind ja die Freelancer wählerisch und wir haben darüber hinaus auch andere Erlöse wie zum Beispiel haben wir eine (…)-Lösung [0:03:08.4], aber darüber verrate ich vielleicht ein bisschen mehr wenn ich ein bisschen näher eintauchen darf über Projektwerk zu erzählen. Ich will nicht gleich alles privat verschießen.

Okay super. Du hast gesagt es gibt eine Basismitgliedschaft. Was kann man denn mit der Basismitgliedschaft machen und was kann man dann mit der bezahlten Mitgliedschaft machen?

Genau. Also mit der Basismitgliedschaft hat jeder registrierte Nutzer die Möglichkeit vollkommen kostenfrei von sich ein Profil anzulegen, wenn ich zum Beispiel als Freiberufler die Plattform nutze. Das heißt ich kann sagen wo meine beruflichen Erfahrungen liegen, in welchen Bereichen ich Projekte suchen möchte. Ich kann sogar meinem Profil zum Beispiel auch Dateien anhängen, eine Projekthistorie, Referenzen und Ähnliches hinzufügen. Und sobald ich als Freelancer mein Profil abgespeichert habe in Projektwerk, dann bekomme ich automatisiert passende Vorschläge von Projektangeboten, vorgefällt durch die Plattform Projektwerk. Das ist ein (?)entypiertes Matching, das wir selbst entwickelt haben, und diese passenden Projektvorschläge, die also unmittelbare Übereinstimmungen zu meinem Profil aufweisen, kann ich mir direkt anschauen. Das Einzige was ich nicht sehen kann sind die Kontaktdaten und die Identität des Inserenten – also des Projektanbieters – solange ich kostenfreies Mitglied bin. Um das einsehen zu können bedarf es einer kostenpflichtigen Mitgliedschaft.

Okay, was kostet die?

Genau, wir unterscheiden zwischen zwei Mitgliedschaften für die Freiberufler. Zum einen kann man als Freiberufler sagen: Wenn ich mich nur gelegentlich bewerben möchte und nicht unlimitiert andere Mitglieder kontaktieren möchte, dann reicht die Startermitgliedschaft aus. Die kann ich bereits für 15 Euro im Monat zum Beispiel buchen, oder aber wenn ich mich entscheide die Premiummitgliedschaft zu buchen und damit vollumfänglich und unlimitiert Kandidaten beziehungsweise Unternehmensdaten einzusehen, mich unbegrenzt bewerben zu können,  dann kann ich das für 45 Euro im Monat beziehungsweise 300 Euro im Jahr nutzen.

Und das ist jetzt wenn man sich direkt auf Projekte bewerben möchte, das heißt wenn man kontaktiert wird, ist es dann auch noch einmal kostenpflichtig, oder ist es dann auch im kostenlosen Bereich möglich?

Nein. Wenn ich die kostenfreie Basismitgliedschaft nutze und ein Profil von mir editiert habe und auch dieses veröffentlich habe, dann können andere Nutzer der Plattform dieses einsehen und ein Unternehmen zum Beispiel so auf mich als Freiberufler aufmerksam werden und mich kontaktieren und wir auch den Vertrag schließen zur Zusammenarbeit, dann kostet mich das keinen Cent. Ebenso kostet es mich auch nichts, wenn ich selbst eine Bezahlmitgliedschaft nutze und von anderen Mitgliedern kontaktiert werde. Das heißt also es wird kein Honorar fällig für jedwede Zusammenarbeit. Jeder Nutzer zahlt entweder seine Mitgliedsgebühren oder nutzt die Plattform in limitiertem Umfang kostenfrei.

Okay, das heißt das Unternehmen zahlt dann praktisch dafür, dass der Kontakt mit den Mitliedern aufgenommen wird? Oder ist es einfach komplett kostenlos?

Nein, für die Unternehmen gilt das gleiche Abonnement-Modell wie für die Freiberufler. Wir unterscheiden diesbezüglich nicht was die Leistungsumfänge und die Preismodalitäten betrifft, ob jemand die Plattform als Freelancer oder als Projektanbieter nutzt. Das heißt auch die Unternehmen nutzen zum Beispiel auch die Premium-Mitgliedschaft, wenn sie Projekte ausschreiben möchten und wenn sie die Identitäten, die Kontaktdaten von Freelancern einsehen wollen. Und selbst wenn das Unternehmen dann diese Mitgliedschaft bezahlt hat, Freiberufler kontaktiert und mit Ihnen Verträge schließt, werden auch da keine zusätzlichen Gebühren fällig.

Was ist da jetzt der Vorteil gegenüber zum Beispiel Xing oder Linkedin? Also die sind ja praktisch auch mit aller Wahrscheinlichkeit auch auf Xing oder Linkedin zu finden, dieselben Freiberufler, und die könnte ich ja dann zum Beispiel auch über Xing kontaktieren. Also warum sollte jemand Freiberufler über Projektwerk kontaktieren?

Das ist eine sehr gute und berechtigte Frage, denn schließlich haben die sozialen Netzwerke in den letzten Jahren den Markt der Projektbörsen durchaus auch durcheinander gewirbelt, wenn ich das mal so sagen darf. Was ist der Unterschied? Auf Xing zum Beispiel gibt es auch viele Freelancer, die sich gerade erst neu Selbstständig gemacht haben oder noch in Planung sind das zu tun. Da gibt es auch viele Personen mit weniger Berufserfahrung und ein Merkmal unserer Plattform Projektwerk ist es, dass die Mitglieder sehr umfangreiche Berufserfahrung vorweisen können. Das heißt in der Regel sind die Kandidaten, die ein Unternehmen findet, Seniors und wer bei uns Mitglied ist und auch den Preis für zum Beispiel eine Start- oder auch Premiummitgliedschaft zahlt als Freelancer, der zeigt damit, dass er auch ernsthaft Nutzen aus der Plattform generieren möchte. Sonst wäre er nicht bereit den Betrag zu entrichten und das führt dazu, dass gut gemachte Ansprachen über die Plattform auch in der Regel zu guten Response-Quoten führen, was man ja nicht von allen Kandidaten sagen kann, die von Rekrutern aus den Unternehmen oder von Personalberatern über Xing und Co kontaktiert werden.

Okay, was ist die Response-Rate bei euch?

Die variiert natürlich von Projekt und Standort. Von daher kann ich da keine Pauschale Aussage treffen. Das ist wie mit anderen Stellenanzeigen, anderen Rekrutierungen auch.

Wie viele Mitglieder habt ihr und wie viele davon sind Bezahlmitglieder?

Projektwerk hat über 100.000 registrierte Mitglieder. Wir haben dieses Jahr das 100.000ste Mitglied willkommen geheißen und tatsächlich ist es so, dass wir von Woche zu Woche wieder neue Zahlen haben. Also es sind jetzt schon über 101.000 registrierte Mitglieder, die unterscheiden wenn sich die Mitgliederregistrierung nicht ob sie die Rolle eines Freiberuflers oder eines Unternehmens einnehmen, weil nach unserer Philosophie ein Freelancer auch schnell mal zum Projektanbieter wird. Zum Beispiel wenn er selbst einen Subkontraktor sucht, um ein großes Projekt meistern zu können. Daher sind die Rollen bei uns, mit der Funktionalität die man nutzt, auch durchlässig und wir unterscheiden bei der Registrierung nicht: Bist du Freelancer oder Unternehmen? Denn diese Frage können wir nicht exakt anhand von Datenbankfeldern feststellen, so und so viele User sind Freelancer. Wir können es aber anhand anderer Kriterien annähernd feststellen und daraus lässt sich ableiten, dass ungefähr 85-90.000 der registrierten Mitglieder Freiberufler sind. Das ist immer noch ein ganz ordentlicher Fundus.

Okay, wie viele Freiberufler gibt es in Deutschland, die für euch in Frage kommen?

Grundsätzlich sehr, sehr viele. Der Markt der Freiberufler ist ja in den letzten Jahren stark gewachsen und Projektwerk ist im Gegensatz zu einigen anderen Marktplätzen für freiberufliche Mitarbeit ja auch branchenübergreifend aufgestellt. Demzufolge kommen für uns nicht nur Freiberufler aus dem IT-Sektor in Frage, sondern eben auch aus den Branchen der Kreativwirtschaft, aus dem klassischem Engineering, aus der klassischen Beratung, die nichts mit IT-Themen zum Beispiel zu tun hat, aus dem Medizinbereich, aus der Architektur, aus der Mode. Also sieben Branchen haben wir zum Beispiel derzeit und da ist der Markt auf jeden Fall mehrere Millionen Kandidaten groß, so wie einfach auch die Studien zeigen um Freelancer zu erfassen. Also der Markt ist in den letzten Jahren stark gewachsen und umfasst mehrere Millionen Personen in Deutschland.

Also ich kenne mich ja mit IT am besten aus, das heißt wie viele Mitglieder habt ich denn im Bereich IT?

Die IT-Plattform von Projektwerk ist die zahlenmäßig stärkste, weil der IT-Einfach auch schon seit vielen Jahren sehr stark von freiberuflicher Arbeit geprägt ist. Von den über 100.000 registrierten Mitgliedern entfallen ca. 80.000 auf die IT-Plattform und von diesen 80.000 registrierten Mitgliedern haben wir um die 35.000 Profile von Experten. So nennen wir die Kandidaten, die sich freiberuflich einen neuen Wirkungskreis suchen wollen.

Das habe ich jetzt nicht ganz verstanden. Also das heißt es gibt 80.000 Mitglieder im Bereich IT und von denen sind 35.000 Freelancer. Das heißt die anderen sind Firmen?

Nein. 35.000 haben ein Expertenprofil von sich angelegt. Es gibt auch viele Freelancer, die auf der Plattform registriert sind und einfach regelmäßig nach neu ausgeschriebenen Projekten schauen, unseren Profil- oder Projektnewsletter abonnieren. Mit dem Projektnewsletter kann ich mich zum Beispiel jeden Tag informieren: Welche neuen Projekte haben Unternehmen ausgeschrieben? Mit dem Profilletter kann ich als Freelancer schauen: Was für andere Freelancer gibt es denn überhaupt am Markt und wie stellen die sich dar. Das heißt also der Erfahrung nach haben wir viele Nutzer, die gar nicht unbedingt ein Profil anlegen – denn das ist kein Must-Have – und trotzdem kann ich zum Beispiel auch wenn ich die Premiummitgliedschaft nutze als Freelancer und kein eigenes Profil veröffentlicht habe, kann ich dennoch Projekte anderer Unternehmen einsehen und mich darauf bewerben.

Aha okay, das habe ich jetzt verstanden. Das heißt wenn man jetzt von 80.000 IT-Freelancern spricht, die sich bei euch registriert haben, ist das ja eine Marktpenetration von sagen wir mal 100% in etwa, weil ich schätze es wird auch nicht viel mehr als 80.000 Freelancer in Deutschland geben. Oder wie ist da deine Einschätzung?

Es wäre schön wenn wir eine 100-prozentige Marktpenetration hätten. Der Markt wird ja schon lange nicht nur von uns beackert, wir sind jetzt seit 15 Jahren am Start und das ist im Vergleich der Online-Projektbörsen und auch der Jobbörsen eine unheimlich lange Zeit. Um einfach mal so ein paar Vergleiche zu geben: Vor uns war nur die Plattform (?)Gulb.de in Deutschland am Start, wenn ich richtig informiert bin, seit dem Jahr 1996. Dann ist in Deutschland Stepstone im Jahr 1996 an den Start gegangen und Projektwerk kam schon im Jahr 1999 in Hamburg zur Welt sozusagen und andere große Plattformen wie zum Beispiel Monster, das man als Jobbörse gut kennt in Deutschland, sind erst im Jahr 2000 gestartet. Viele Projektbörsen erst Jahre später und für uns zahlt es sich einfach aus, dass wir mit zu den Pionieren im Markt gezählt haben. Aber ganz klar ist: Es gibt auch andere, starke Marktbegleiter und von daher würde ich nicht sagen, dass wir uns ausruhen und zurücklehnen können. Es kommt einfach jeden Tag erneut darauf an wieder innovativ am Markt zu sein und die User glücklich zu machen. Grütze alleine ist heutzutage nicht das alleinige Entscheidungskriterium.

Also  15 Jahre ist echt uralt, also auch Xing und Linkedin sind gerade mal elf Jahre alt, da seid ihr schon älter. Ich habe es auch nicht so  gemeint, also, dass ihr 100% Marktanteil haben, sondern  es ist ja wahrscheinlich so, dass die Freelancer sich mehrfach registrieren, also das heißt sie haben ein Profil bei Projektwerk und dann haben sie noch ein Profil bei einer anderen Projektbörse, aber im Prinzip hat fast jeder Freelancer sich bei Projektwerk eingetragen oder würdest du mir jetzt widersprechen?

Ich würde dir insofern widersprechen als dass insbesondere die weniger erfahreneren Freiberufler sich garantiert selten bei uns registrieren, sondern eher die, die eben schon ein paar Jahre Berufserfahrung mitbringen können und ganz klar bin ich aber bei dir, wenn du sagst, dass Freelancer sich durchaus auch auf mehreren Plattformen tummeln – auch für dem Hintergrund, dass ja nicht jedes Unternehmen alle Plattformen nutzt, sondern spezifisch Präferenzen für die eine oder andere Plattform besteht und da macht es natürlich Sinn sein Portfolio auch auf verschiedenen Börsen bekannt zu machen. Aber ich glaube wir sind ganz gut aufgestellt, weil wir einfach über viele Jahre treue Nutzer schon an uns binden konnten und zum Glück auch noch neue Nutzer hinzugewinnen.

Wie schaut es mit euren Kunden aus? Was sind das  – oder ausschreibende Unternehmen – wie schauen die normalerweise aus?

Also wir unterscheiden auf Unternehmensseite zwischen zwei Nutzergruppen: Das sind eine sind Unternehmen, die für sich selbst rekrutieren und das andere ist die Gruppe der sogenannten Projektvermittler oder auch Provider, wie sie so schön im Bereich Freelancer-Vermittlung heißen. Die Provider sind eigentlich nichts anderes als die Personalberater für Positionen in Festanstellung. Wir freuen uns immer sehr, wenn wir Unternehmen auf die Plattform holen können oder wenn Unternehmen zu uns kommen, die eben für ihren eigenen Bedarf rekrutieren, weil häufig Kandidaten das besonders spannend finden, die einen direkten Kontakt zum Endkunden haben. Die Unternehmen, die uns nutzen sind eher im Segment der KMU, also der klein- und mittelständischen Unternehmen angesiedelt, als das es klassischerweise die großen Unternehmen sind. Warum ist das so, werden wir häufig gefragt, weil der eine oder andere Kandidat auch sagt: Ich mag gar keine Projekte von Projektanbietern nutzen und mich darauf bewerben. Das mag gut oder schlecht sein mit Providern zusammenzuarbeiten, das will ich gar nicht beurteilen. Fakt ist aber, dass viele Großunternehmen aus rechtlichen Gründen gar nicht mal selbst rekrutieren, zum Beispiel um Scheinselbständigkeit zu umgehen und deswegen Provider beauftragen und die Provider schreiben dann natürlich die Projekte von lukrativen, attraktiven Großunternehmen bei uns aus und ohne diese Projekte gäbe es einfach auch viele spannende Projekte gar nicht mehr am Markt verfügbar für Freelancer. Von daher freuen wir uns über beide Kundensegmente: Sowohl die Unternehmen als Endkunden – wenn man es so sagen möchte – als auch die Mittler auf der Plattform zu haben.

Was ist dann das Verhältnis was das Projektvolumen angeht? Wie viel Prozent der Ausschreibungen sind direkt von Endkunden?

Zahlenmäßig in der Anzahl der Endkunden ist es natürlich so, dass diese Zahl größer ist als die Anzahl der Provider, aber die Projektvermittler haben ein viel höheres Anzahlvolumen, das heißt also an einem Tag geht ein deutlich größeres Projektvolumen eines Projektvermittlers online im Vergleich mit dem durchschnittlichen Auftragsvolumens eines Unternehmens. Von daher ist es durchaus so auf der Plattform, dass sehr viele Angebote auch von Providern stammen. Einen Grund das zu erklären ist auch, dass viele Provider auf automatisiertem Wege ihre Projekte bei uns ausschreiben. Das heißt wir haben eine Schnittstelle, eine sognannte API, schon vor einigen Jahren entwickelt, die Unternehmen nutzen können um automatisiert von ihrer Homepage oder ihrem Produktivsystem im Unternehmen ihre Projektangebote in Echtzeit, automatisiert zu uns zu schicken. Das heißt da gibt es dann automatische Synchronisierungen und das wird insbesondere von größeren Unternehmen, also Providern, genutzt und ein solcher Weg macht es natürlich auch bequem ein großes Anzahlvolumen zu veröffentlichen, währenddessen die Unternehmen in der Regel händisch ihre Projektausschreibungen vornehmen und das führt dann eher zu einem nicht ganz so großen Volumen, weil es eben nicht automatisiert passiert.

Kannst du sagen wie viele Projekte jeden Tag oder jede Woche von Endkunden ausgeschrieben werden auf der Plattform?

Nein. Selbst wenn ich es wollte, kann ich es nicht sagen. Der Grund dafür liegt nicht darin, dass ich unsere Zahlen nicht kenne oder dass ich sie nicht teilen mag, sondern wir unterscheiden auf der Plattform hinsichtlich der Funktionalität und auch bei der Anmeldung eines neuen Nutzers nicht um zu sagen ich bin Provider, ich bin Endkunde. Von daher fehlt uns eine echte Kennung in der Datenbank um zu sagen welches Projekt denn wirklich von einem Endkunden stammt.

Okay. Also so wie ich den Markt kenne, ist es halt das Spannendste Projekte von Endkunden zu haben und die Projekte der Provider, die finde ich ja praktisch auf jeder Plattform. Also weil gerade wenn es automatisch stattfindet, dann sind es wahrscheinlich keine exklusiven Projektwerk-Projekte, aber die Endkundenprojekte sind natürlich Projekte, die man vielleicht sonst nirgendwo finden würde.

Das ist in der Tendenz auf jeden Fall so, würde ich unterstreichen. Die (…)(Stimmengewirr 0:19:51.3) sind ja auch anders. Die Provider haben in der Regel wenige Tage – manchmal nur ein bis zwei Werktage – Zeit Kandidaten und ihren Kunden dessen Projekt vorzustellen. Währenddessen die Unternehmen sich doch etwas mehr Zeit erlauben und daher vielleicht auch zuerst auf der Plattform A ausschreiben und möglicherweise eine zweite Plattform belegen, wenn es im ersten Fall nicht sofort geklappt hat.

Gut. Gibt es Freelancer, die ihr ablehnen würdet auf eurer Plattform?

Ganz allgemein gelten bei uns natürlich die Regeln, dass man sich natürlich an rechtliche Vorschriften hält und dass man nicht die Rechte anderer verletzt wenn man unsere Plattform nutzt. Ich kann mich an keinen Fall erinnern – ich bin jetzt fünf Jahre im Unternehmen, seit einem halben Jahr als Geschäftsführung tätig, aber in den fünf Jahren, die ich das Unternehmen schon begleite, kann ich mich nicht erinnern, dass wir Freelancer abgelehnt haben, es sei denn jemand meldet sich bei uns und fragt uns ehrlich um seinen Rat ob er zu uns passt. Und wenn wir dann feststellen, dass es ein Nutzer ist, der inhaltlich von der Ausrichtung nicht glücklich werden würde auf der Plattform weil wir keine passenden Projekte für ihn haben, dann geben wir natürlich auch durchaus die ehrliche Meinung und sagen versuchen Sie es doch lieber auf einer anderen Plattform und empfehlen möglicherweise auch eine konkrete Plattform. Aber ansonsten gibt es eine konkrete Auslese, wo wir sagen jemand ist nicht gut für Projektwerk. Wir wünschen uns natürlich grundsätzlich von allen Nutzern das gewisse Wohl für Freiberufler als auch für die Unternehmen oder die Provider, das sie auf der Plattform nur sich ernsthaft betätigen. Also was zum Beispiel nicht erwünscht ist, ist, dass man andere kontaktiert obwohl sich dahinter kein ernsthaftes Interesse verbürgt, oder aber auch wenn man selbst kontaktiert wird, dass man keine Rückmeldung gibt. Da gilt eigentlich das was auch in anderen Netzwerken als Netiquette oder guter Ton angesagt ist: Einfach freundlich und partnerschaftlich miteinander umgehen. Und natürlich empfehlen wir den Freiberuflern, dass sie sich möglichst aussagekräftig bei uns präsentieren, denn dann ziehen sie den größten Nutzen aus der Plattform und wenn unsere User happy sind, freuen wir uns am meisten.

Gut. Was macht ihr so um diese Nachfrage zu generieren auf der Plattform? Also jetzt gerade auch von den Endkunden, dass die Projekte auch ausschreiben?

Projektwerk ist sehr aktiv mit Google-Werbung, das heißt wir sind ein Online-Unternehmen. Anders als andere Portale, insbesondere jetzt im klassischen Jobbörsenbereich, die ja alle eine große Vertriebsmannschaft unterhalten mit zum Teil Hundertschaften, die im Feld unterwegs sind, fokussieren wir uns als Online-Unternehmen insbesondere darauf über das Internet neue Interessenten auf die Plattform zu hieven und aufmerksam zu machen und das bedeutet eben, dass wir zu allen erdenklichen Themen Google-Anzeigen veröffentlichen. Ein Großteil unseres Marketing- und Werbespendings wird in Suchmaschinen-Kampagnen investiert. Darüber hinaus sind wir natürlich auch aufgrund unserer langjährigen Marktexpertise mit vielen Unternehmen persönlich in Kontakt und im Gespräch. Das aber eben mit einer kleineren Mannschaft hier von Hamburg aus. Zusätzlich besuchen wir auch Messen, haben Partnerschaften mit Multiplikatoren geschlossen, sodass wir einfach auch auf diesem Weg auch immer mal wieder mit neuen Unternehmen ins Gespräch kommen, und last but not least hilft uns einfach unsere Bekanntheit aus so vielen Jahre auch.

Gibt es Kunden, die ihr ablehnen würdet?

Die, die sich ähnlich wie die Freiberufler – was ich vorhin sagte, der nicht zu uns passt – die sich einfach nicht so seriös auf der Plattform verhalten. Es gibt ganz selten Fälle, dass wir jemanden ablehnen, aber ab und zu passiert es schon mal, dass wir ein Unternehmen oder einen Vermittler darauf hinweisen, dass es uns aufgefallen ist wenn er Nutzer nicht so – ich sage mal wirkungsvoll – anspricht. Also was uns insbesondere nicht erwünscht ist, ist wenn ein Vermittler zum Beispiel Kandidaten anspricht und sagt: Schicken Sie uns doch mal Ihren Lebenslauf, damit wir Sie bei uns in den Talentpool aufnehmen ohne dass diese Kontaktierung jedweden Bezug mit einem Projekt hat. Da steht auch in unseren Nutzungsregeln verankert, auf die wir dann an der Stelle auch hinweisen, weil wir wissen einfach, dass das unsere Freiberufler auch nicht gut finden. Uns liegt es sehr am Herzen uns als Lobbyist, als Anlaufstelle für die Freiberufler zu verstehen und viele Freiberufler haben uns das auch in den vergangenen Jahren zu Nutzerbefragungen immer wieder attestiert, dass Projektwerk sich in ihren Augen irgendwie auch Gedanken darum macht. Dass sie sich bei uns wohlfühlen und wenn wir bemerken, dass etwas auf der Plattform passiert, was dem Status Quo, den sich die Freiberufler in der Handhabung oder Kontaktierung nicht wünschen, dann schreiten wir dagegen ein.

Das heißt der Vermittler kann unlimitiert Nachrichten versenden?

Das kann auch ein Unternehmen wenn es die Premiummitgliedschaft nutzt und ein Freiberufler kann es auch als Premiummitglied.

Das heißt die Voraussetzung ist nur, dass die Nachricht dann im Zusammenhang mit einem konkreten Projekt steht?

Genau. Die Erfahrung zeigt allerdings, dass viele Vermittler gar nicht in so großer Zahl Kandidaten – also Freiberufler – kontaktieren. Warum? Deren Philosophie ist es – so hören wir dann häufiger mal in Gruppengesprächen – dass sie sagen: Wir haben als Provider gar nicht die Zeit so viele Freiberufler zu kontaktieren. Wir wollen, dass die sich auf unsere ausgeschrieben Projekte bewerben. Das ist legitim so zu arbeiten. Ich persönlich wundere mich manchmal so ein bisschen darüber und möchte hiermit ausdrücklich insbesondere auch die Unternehmen – also die Endkunden – ermuntern wenn sie Projektwerk nutzen und ein Projekt ausgeschrieben haben, dass sie sich unsere Matching-Ergebnisse anschauen. Denn das ist das Besondere von Projektwerk: Wir generieren anhand der verschiedenen Kriterien in den ausgeschriebenen Projekten – die wir auch verschieden gewichten anhand der Angaben des Inserenten – generieren wir automatisch noch während man eine Anzeige eingibt bei uns eine Matchliste. Und dann stehen ganz oben die relevantesten Treffer. Und wenn ein Unternehmen seine Ausschreibungs-Parameter verändert, dann ändert sich auch automatisch das Ranking der gefundenen Matches. Wir empfehlen Unternehmen, dass sie sich kurz Zeit nehmen diese Matching-Ergebnisse zu sichten und dann die passenden Freelancer aus dieser Matching-Liste zu kontaktieren, denn dann gibt es einfach die größtmögliche Chance, dass Anbieter und Nachfrager direkt zusammenkommen. Das heißt also des einen Faulheit soll sozusagen bestraft werden wenn der andere ein bisschen fleißiger ist und mehr Zeit investiert. Es kommt ja auch beim Freiberufler gut an, wenn er merkt: Da ist jemand, der hat Interesse an mir. Und viele Freiberufler, die aktuell gerade noch im Projekt sind, aber vielleicht in drei Monaten frei verfügbar wären, sind dankbar wenn jetzt schon das nächste passende Projekt auf den Tisch flattert.

Ja absolut, die Direktansprache ist ein Instrument, das auch noch mehr genutzt werden kann. Kommen wir zu letzten Frage: Wie sieht Projektwerk in fünf Jahren aus?

(lacht) Oh je, ich habe so eine Frage befürchtet. Ich glaube das ist ganz schwer vorherzusagen, weil im Internetzeitalter sind fünf Jahre irre lang. Also ich habe mal vor vielen Jahren, als das Internet ernstzunehmender Wirtschaftszweig wurde, in der Internet-Ökonomie – so hieß damals Ende der 90er Jahre ein Buch – gelesen: ein Jahr im Internet sind wie sieben Jahre in der Old-Economy. Also ich soll jetzt 35 Jahre vorhersagen. Schwierig. Ich sage vorher, dass der Markt weiterhin stark an Akteuren hinzugewinnen wird. Das heißt wir werden insbesondere auch durch mehr soziale Netzwerke Wettbewerbe erfahren am Markt und Projektwerk wird mit Sicherheit eines tun: Projektwerk wird die innovative Technologie des Matching, die wir schon vor fünf Jahren selbst entwickelt und am Markt platziert haben, weiter ausbauen.  Projektwerk wird sich auch weiter am Markt etablieren, als – ich sage mal – IT-Dienstleister. Was viele gar nicht wissen ist, dass unsere Technologie auch als Whitelabel Lösung verfügbar ist. Das klingt jetzt ein bisschen technisch und meint in einfachen Worten, dass Personen oder Unternehmen, die eine Plattform betreiben wollen, einen Marktplatz, der zwei Marktseiten abgleicht, unsere Technologie verwenden kann und zum Teil ja auch schon genutzt wird von Unternehmen, um eine eigene Plattform zu betreiben. Und da werden wir auf jeden Fall die nächsten Jahre uns weiter am Markt ausbreiten und die Technologie im Markt platzieren. Darüber hinaus wird es ganz wichtig sein ein Fach mit Funktionen, die das tägliche Leben erleichtern, die einfach das schnelle Vernetzen verbessern – damit werden wir einfach unsere Nutzer binden und glücklich machen müssen. Ansonsten passiert so viel, ich kann nicht in die Glaskugel schauen. Auf jeden Fall würde ich mir wünschen, dass wir viele unserer Nutzer in fünf Jahren noch auf der Plattform haben und dass ich hoffentlich fünf weitere Jahre hier im Unternehmen dabei sein kann.

Super, danke für das Interview.

Sehr gerne Timo und tschüss.

 

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Timo Bock

Als Betreiber von 4freelance schreibt Timo Bock in unregelmäßigen Abständen auf diesem Blog. Daneben ist er Co-Founder des Bitcoin Startups SatoshiBay und als Product Consultant für ein webbasiertes soziales Netzwerk aus Mountain View tätig. Zuvor war er vier Jahre in unterschiedlichen Positionen für einen Projektvermittler tätig. In dieser Zeit hat Bock immer wieder festgestellt, dass es einige schwarze Schafe auf dem Markt gibt. Somit ist die Idee für die Projektvermittler-Bewertungen auf 4freelance geboren. Sie finden Timo Bock auf LinkedIn und Twitter