Preferred Supplier List (PSL) Status

projekte prfen

Kundenbetreuung

Die ersten Projekte laufen. Prima. Man fängt an dir investierte Zeit „ausbezahlt“ zu bekommen. Eine Betreuung findet weiterhin statt. Nach den ersten Tagen des Projekts holt man sich ein erstes Feedback. Auf Seiten des Kunden und des Kandidaten. Man besucht auch mal die einzelnen Projekte und achtet auch auf die Zufriedenheit des Kandidaten und des Kunden. Wer nun glaubt, dass immer alles in Ordnung ist, der irrt. Teilweise finden Consultants keine Unterkunft, dann gibt es Fragen zur Rechnungsstellung, dann zwickt es hier, dann zwickt es da. Sie glauben gar nicht, was wir alles möglich machen. Ich will gar nicht jammern, denn wir verdienen immer noch Geld dabei.

Zeit rauben dann noch die Eskalationsfälle. Keiner möchte diese, aber es kommt nun mal vor. Interessanterweise kommen diese Fälle bei den Kunden gehäuft vor, welche zuvor ein zu niedriges Budget veranschlagt hatten. Man bekommt einfach im Regelfall keinen Kandidaten für 80,-€, der alle Anforderungen abdeckt, wenn sich der Marktpreis bei 120,-€ für einen solchen Consultant bewegt. Die Schuld wird dann dennoch oftmals bei dem Vermittler gesucht.

Durch eine gute Kundenbetreuung kommt man dann auch irgendwann einen Schritt weiter. Man ist „plötzlich“ ein bevorzugter Lieferant.

Preferred Supplier

Das nun die Anzahl der Besetzungen steigt ist ja kein Geheimnis. Aber was bedeutet der Status nun. Man wird vom Jäger zum Gejagten. Der Verdrängungswettbewerb wird größer. Aber jetzt wird auch Geld verdient.

Wenn man sich nun den Platz an der Sonne erhofft, dann hat man die Rechnung ohne den Einkauf gemacht. Es fängt an mit einer Ratecard. Wie soll diese denn erstellt werden? Möglichst billig, damit man im Ranking höher steigt? Dann kann man oft nicht liefern. Einige Agenturen versuchen diesen Weg. Aus diesem Grund sind dann teilweise die Angebote für Sie zu niedrig. Selbst Schuld möchte man meinen. Gestaltet man diese dann fair, wird es immer noch für den ein oder anderen zu niedrig sein, aber man kann zumindest besetzen. Kommt dann ein anderer Anbieter, welcher niedriger bietet geht die Diskussion von vorne los.

Die Ratecard ist verhandelt. Nun geht es aber los. Ach der Einkauf schon wieder. Dieser möchte Laufzeitrabatte und Kickbacks vereinbaren. Natürlich nicht nur auf die zukünftigen Abschlüsse (hier könnte man es entsprechend einkalkulieren), sondern auch für die bestehenden Verträge. Durch diese Zahlungen und Rabatte muss natürlich die „Marge“ ebenfalls steigen. Sie wissen oftmals nicht, was wir noch an Zugeständnissen machen müssen. Sie sehen dann nur EK zu VK, was am Ende nicht real ist.

Dieser Artikel ist in sechs Abschnitte geteilt, die in den nächsten Wochen veröffentlicht werden. 

Teil 1:  (heute)

  • Vor der Anfrage
  • Die erste Anfrage

Teil 2 (ab 20.12.13)

  • Interviews
  • Feedbacks geben

Teil 3 (ab 03.01.14)

  • Verträge
  • Zahlungsmanagement

Teil 4: (ab 10.01.14)

  • Es geht voran
  • Marktbegleiter

Teil 5: (ab 17.01.14)

  • Kundenbetreuung
  • Preferred Supplier

Teil 6: (ab 24.01.14)

  • Kompensationsgeschäfte
  • Verwaltung
  • Marge

 

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Kai Zimmermann

Vertriebsleiter und Kommanditist der Trans4mation BS GmbH & Co. KG. Kai Zimmermann ist schon seit vielen Jahren im Agenturbusiness tätig (Vermittlung von IT-Spezialisten). Im Rahmen seiner Tätigkeit war er als Key Account Manager, Team-, Abteilungsleiter, Coach und heute als Head of sales tätig. Sein Bestreben ist es etwas Licht ins Dunkel der Agenturtätigkeiten zu bringen. Hierbei betrachtet er die Prozesse und Wünsche von Freiberuflern, Unternehmen (Einkauf vs. Fachabteilungen) und Agenturen. Sie erreichen Kai Zimmermann auch auf XING , der Internetpräsenz der T4M (Trans4mation) und LinkedIn .
  • Ein Freiberufler

    Hallo Herr Zimmermann,
    nun wird es wieder richtig interessant :-))

    > Teilweise finden Consultants keine Unterkunft, dann gibt es Fragen zur Rechnungsstellung, dann zwickt es hier, dann zwickt es da

    Kümmern Sie sich wirklich um Probleme wie eine Unterkunft für den Consultant? Ernsthaft – das liegt m.E. im Zuständigkeitsbereich des Selbständigen und ist kein Grund einen Vermittler zu belästigen. Hotel zu teuer? … dann hat der Freiberufler wohl mal wieder die betriebswirtschaftliche Kalkulation vergessen. Basierend auf Ihren Schilderungen glaube ich langsam, dass ich wohl einer der pflegeleichtesten Freiberufler bin, da ich den Vermittler (oder Endkunden) noch niemals mit solchen Sachen belästigt habe. Nach Vertragsabschluss läuft das völlig autark und der Vermittler hört nur was von mir, wenn es die Rechnung gibt.

    > Interessanterweise kommen diese Fälle bei den Kunden gehäuft vor, welche zuvor ein zu niedriges Budget veranschlagt hatten … Die Schuld wird dann dennoch oftmals bei dem Vermittler gesucht.

    Natürlich ist der Vermittler „mit Schuld“. Wenn mir jemand 80 € bezahlen möchte, der Marktwert aber bei 120 € liegt lehne ich einfach ab. Wenn der Vermittler aber den Auftrag trotzdem bedient (auch wenn er den Kunden darauf hingewiesen hat) ist das seine Schuld und man braucht sich nicht wundern. Warum nicht einfach ablehnen und seinen eigenen Werten wie z.B. „Top Qualität bei der Vermittlung“ gerecht werden? Viele predigen immer von Fairness, Transparenz, leistungsgerechter Bezahlung und „Top Qualität im Recruitingprozess“ – schmeißen diese Kennwerte des Unternehmens aber sofort über Bord, wenn so eine „sinnfreie“ Anfrage reinkommt. Dafür habe ich kein Verständnis.

    Über die von Ihnen genannten EK Themen kann ich leider nichts sagen, da ich solche Diskussionen noch niemals mit meinen Direktkunden (unter diesen sind fast ausschließlich großen Konzerne im Ausland) hatte. Es gibt am Anfang mehrfachen Kontakt mit der FI Abteilung bzgl. des „Vendor setups“ und ggf. steuerrechtlichen Fragen, aber sowas wie Ratecard oder ähnlichem Quatsch habe ich zum Glück noch nicht erlebt. *auf Holz klopf*

    Viele Grüße

    • KaiZimmermann

      Hallo „ein Freiberufler“,
      > Hallo Herr Zimmermann,
      > nun wird es wieder richtig interessant :-))
      Ist es das nicht immer zwischen uns. Ich hatte mich schon gewundert, dass es in den ersten Stunden noch keine Reaktionen gab.

      >> Teilweise finden Consultants keine Unterkunft, dann gibt es Fragen zur
      >> Rechnungsstellung, dann zwickt es hier, dann zwickt es da
      > Kümmern Sie sich wirklich um Probleme wie eine Unterkunft für den Consultant?
      > Ernsthaft – das liegt m.E. im Zuständigkeitsbereich des Selbständigen und ist kein
      > Grund einen Vermittler zu belästigen. Hotel zu teuer? … dann hat der Freiberufler wohl
      > mal wieder die betriebswirtschaftliche Kalkulation vergessen. Basierend auf Ihren
      > Schilderungen glaube ich langsam, dass ich wohl einer der pflegeleichtesten
      > Freiberufler bin, da ich den Vermittler (oder Endkunden) noch niemals mit solchen
      > Sachen belästigt habe. Nach Vertragsabschluss läuft das völlig autark und der
      > Vermittler hört nur was von mir, wenn es die Rechnung gibt.

      Sie könnten auf andere Art und Weise für uns kompliziert sein, wenn ich da an mögliche Vertragsverhandlungen denke, dann könnte dieses wieder zu Diskussionen führen.
      Aber zurück zum Thema. Wir haben es nicht immer mit erfahrenen Freiberuflern zu tun. Da ist auch mal jemand dabei, welcher sich gerade selbstständig gemacht hat. Wenn wir Tipps für einen bestimmten Projektort haben, dann geben wir diese auch bekannt. Wir haben sogar einen Businessaccount bei HRS eingerichtet, bei dem die Consultants bis zu 30% auf den Hotelpreis sparen können (interessiert? Dann schicken Sie mir kurz eine Anfrage, ich lasse Ihnen die Zugangsdaten gerne zukommen).
      Eine kleine Anekdote in dem Zusammenhang (leider kein gutes Ende). Ich hatte einen Freiberufler (schon länger tätig), welcher in Berlin wohnte und ein Projekt in Frankfurt machen sollte. Die Laufzeit war im ersten Moment bereits 6 Monate mit der Perspektive auf ein komplettes Jahr. Er brach vor und nach dem Vorstellungsgespräch von seinem Sonnenschein, mit dem das Zusammenleben doch immer so toll sei.
      Der Kunde hat such dann für ihn entschieden. Die Marge war wirklich toll (15,- € / Stunde) und der Projektvertrag ging raus. Es verging ein Tag, zwei, drei und nach einer Woche hatten wir immer noch nicht den Vertrag zurück. Endlich konnten wir den Freiberufler wieder erreichen. Er meinte nur: „Ich finde für meinen Sonnenschein und meine ACHT Hunde keine Wohnung in Frankfurt, da wir dann sofort umziehen wollen. Außerdem möchte ich dann auch nicht länger als 20 Minuten mit dem Fahrrad fahren, da ich aus Umweltgründen auch nur in Ausnahmen die öffentlichen Verkehrsmittel benutze“. Einige können sich sicherlich vorstellen, was meine nächsten Gedanken waren. Ich sah schon einen Deckungsbeitrag (auf das Jahr gesehen) von mehr als 25.000,-€ dahinschwinden, hatte aber zu dem Zeitpunkt ein komplettes Recruitmentteam im Training. Als ab in sämtliche Wohnungsportale. Bekannte in Frankfurt kontaktiert… Uns ist es innerhalb von fünf Stunden gelungen eine allen Vorstellungen entsprechende Wohnung zu finden. Ohne Provision, für ein Jahr zu mieten, finanzierbar, Hundehaltung erlaubt und ca. 10 Minuten fußläufig zum Kunden. Der Freiberufler hat dennoch abgesagt, weil es ihm dann doch zu viel Veränderung war. Wahrscheinlich war der letzte Matetee schlecht…

      >> Interessanterweise kommen diese Fälle bei den Kunden gehäuft vor, welche zuvor ein
      >> zu niedriges Budget veranschlagt hatten … Die Schuld wird dann dennoch oftmals bei
      >> dem Vermittler gesucht.
      > Natürlich ist der Vermittler „mit Schuld“. Wenn mir jemand 80 € bezahlen möchte, der
      > Marktwert aber bei 120 € liegt lehne ich einfach ab. Wenn der Vermittler aber den
      > Auftrag trotzdem bedient (auch wenn er den Kunden darauf hingewiesen hat) ist das
      > seine Schuld und man braucht sich nicht wundern. Warum nicht einfach ablehnen und
      > seinen eigenen Werten wie z.B. „Top Qualität bei der Vermittlung“ gerecht werden?
      > Viele predigen immer von Fairness, Transparenz, leistungsgerechter Bezahlung und
      > „Top Qualität im Recruitingprozess“ – schmeißen diese Kennwerte des Unternehmens
      > aber sofort über Bord, wenn so eine „sinnfreie“ Anfrage reinkommt. Dafür habe ich kein
      > Verständnis.
      > Über die von Ihnen genannten EK Themen kann ich leider nichts sagen, da ich solche
      > Diskussionen noch niemals mit meinen Direktkunden (unter diesen sind fast
      > ausschließlich großen Konzerne im Ausland) hatte. Es gibt am Anfang mehrfachen
      > Kontakt mit der FI Abteilung bzgl. des „Vendor setups“ und ggf. steuerrechtlichen
      > Fragen, aber sowas wie Ratecard oder ähnlichem Quatsch habe ich zum Glück noch
      > nicht erlebt. *auf Holz klopf*
      > Viele Grüße

      All diese Themen bereits ich gerade in meiner „Freizeit“ auf. Wahrscheinlich wird es eine weitere Serie, welche ich in der Zukunft veröffentlichen möchte. Ich gehe allerdings davon aus, dass wir nach dieser Serie dann noch etwas Zeit vergehen lassen, damit auch genügend andere die Möglichkeit haben etwas hier im Blog zu schreiben.
      Wenn Sie möchten kann ich Ihnen die Artikel auch im Vorfeld zukommen lassen. Manches wird zwar wieder aufgenommen, aber dabei geht es gerade um Einkaufsthemen.

      Mit bestem Gruß
      Kai Zimmermann

      • Ein Freiberufler

        Hallo Herr Zimmermann,
        > Ich hatte mich schon gewundert, dass es in den ersten Stunden noch keine Reaktionen gab.

        Ab und zu muss unsere Zunft auch mal etwas arbeiten … total verrückt ;-))

        > Wir haben sogar einen Businessaccount bei HRS eingerichtet, bei dem die Consultants bis zu 30% auf den Hotelpreis sparen können.

        Vielen Dank für das Angebot. Ich habe selbst einen HRS Business Account, den ich aber so gut wie nicht nutze. Warum? Das was ich den deutschen Endkunden immer vorwerfe (zu faul zu suchen), versuche ich selbst soweit möglich natürlich besser zu machen. In dem konkreten Fall suche ich nach familiengeführten Hotels via Google und beauftrage dann soweit möglich direkt (in ca. 80-90% der Fälle). Das ist vielleicht ein paar Euro teurer als über HRS, aber HRS ist in meinen Augen ein „Deutsch Geiz-Ist-Geil Vermittler“ (wie auch der ein oder andere IT Vermittler) und ich möchte, dass der Hotelier und seine Angestellten vernünftig davon leben können, wenn die Leistung stimmt (bei den familiengeführten Hotels bin ich selten enttäuscht worden).

        > Ich hatte einen Freiberufler (schon länger tätig), welcher in Berlin wohnte und ein Projekt in Frankfurt machen sollte. Die Laufzeit war im ersten Moment bereits 6 Monate mit der Perspektive auf ein komplettes Jahr … Außerdem möchte ich dann auch nicht länger als 20 Minuten mit dem Fahrrad fahren, da ich aus Umweltgründen auch nur in Ausnahmen die öffentlichen Verkehrsmittel benutze … Der Freiberufler hat dennoch abgesagt, weil es ihm dann doch zu viel Veränderung war.

        Für 6 Monate umziehen wollen und dann zuviel Veränderung? Ist klar ;-))

        Wo gabeln Sie bloß solche „Spezialisten“ auf? Gut ich habe auch schonmal einen IT-Freiberufler gesehen (als ich für ein paar Tage bei dem Kunden Vor-Ort war), der als erstes den Kunden nach Puffs in der Umgebung gefragt hat 😀

        > Sie könnten auf andere Art und Weise für uns kompliziert sein, wenn ich da an mögliche Vertragsverhandlungen denke …

        Solange Sie mir meinen Tages-/Stundensatz zahlen und keine Karenzzeit für 12 Monate bei Tageseinsätzen aufdrücken wollen, bin ich ein ganz entspannter Zeitgenosse bei Vertragsverhandlungen :-))

        Viele Grüße

  • Yomero

    Besuchen sie den Kunde und den Berater ?? Wirklich ?? In 7,5 Jahre als Freiberufler habe ich niemals die Erfahrung gemacht, dass sich mein Personalvermittler Sorgen um mich macht. Sobald ich den Vertrag unterschreibe dann vergessen sie, dass ich lebe.

    Bringt der Status prefered Supplier Ihnen was ?? Dem Berater sicherlich nicht. Ein mal habe ich für einen Kunde in München über eine solche Firma (mit Sitz in London) gearbeitet. Der Stundensatz war sehr niedrig … Und die Arbeit leider stinklangweilig. Wenn ich heute die damalige Beziehung überlege, der Mitarbeiter war nur ein Lebenslaufverteiler, denn er hat keine Ahnung von IT, von meinen Fachkenntnisse, von Bedarf des Kunden, von Prosezze im Projekt, usw.

    • KaiZimmermann

      Hallo Yomero,

      gerne nehme ich dazu Stellung.

      > Besuchen sie den Kunde und den Berater ?? Wirklich ?? In 7,5 Jahre als Freiberufler
      > habe ich niemals die Erfahrung gemacht, dass sich mein Personalvermittler Sorgen um
      > mich macht. Sobald ich den Vertrag unterschreibe dann vergessen sie, dass ich lebe.

      Es sollte der Regelfall sein, aber ist nicht immer möglich. Wenn ich jemanden in Flensburg für wenige Tage in ein Projekt bringe (ich wohne und arbeite in München), dann wird es nicht funktionieren. Dennoch halte ich den Kontakt und vielleicht kann ich den Kandidaten irgendwann, irgendwo an einem anderen Ort treffen. Meist klappt es schon irgendwie. Wenn ich einen Freiberufler länger beauftragt habe, so sollte ich schon ab und an den Kontakt suchen. Dazu gehört auch der persönliche Besucht. Man muss nicht immer miteinander Essen gehen, aber eine Tasse Kaffee und ein entsprechendes Gespräch ist immer drin. Wenn ich das alles nicht schaffen kann, dann sollte ich zumindest telefonisch den regen Kontakt halten. Am Ende zahlt es sich auch für uns aus. Es gibt Freiberufler, welche uns so sehr schätzen, dass diese für uns die Türen des Kunden öffnen. „Wenn Du gute Leute brauchst, dann wende Dich doch mal an Herrn Zimmermann“. Kommt durchaus vor. Daher sind auch Sie für uns sehr wichtige Partner und nicht nur der Kunde.

      > Bringt der Status prefered Supplier Ihnen was ?? Dem Berater sicherlich nicht. Ein mal
      > habe ich für einen Kunde in München über eine solche Firma (mit Sitz in London)
      > gearbeitet. Der Stundensatz war sehr niedrig … Und die Arbeit leider stinklangweilig.

      Hierzu plane ich eine weitere Beitragsreihe, in welcher ich etwas dazu schreibe, warum sich Unternehmen für einen Lieferanten entscheiden und welche „Spielchen“ die Unternehmen neben der Ernennung des PS noch spielen. Natürlich ist allein die Begrifflichkeit relativ. Bei einem Unternehmen ist jeder Lieferant ein PS, beim anderen gehört man dann in die Auswahl an Vermittlern, welche als erstes gefragt werden. Sie werden dazu auch Gründe zu lesen bekommen, wie es zu solchen Situationen wie Sie beschrieben haben kommt. Ich weiß, dass eine eindeutige Antwort Ihnen lieber wäre, aber da müssen Sie noch etwas warten.

      > Wenn ich heute die damalige Beziehung überlege, der Mitarbeiter war nur ein
      > Lebenslaufverteiler, denn er hat keine Ahnung von IT, von meinen Fachkenntnisse, von
      > Bedarf des Kunden, von Prosezze im Projekt, usw.

      Aber er hat es geschafft Sie für das Projekt zu finden. Genau das ist der Grund, warum ich diese Beitragserie geschrieben habe. Ich möchte diesem Vorurteil widersprechen. Hat das Unternehmen keine Akquise vorher machen müssen, hat das Unternehmen Sie nicht korrekt für das Projekt herausgesucht? Brauchte er dazu keine IT-Kenntnisse? Hat er sich nicht für den Abschluss eingesetzt? Hat er nicht den Vertrag mich Ihnen verhandelt und sich auch um Ihre Rechnungen gekümmert? Waren Zahlungsziele bei Ihnen und dem Endkunden identisch, oder musste er vorfinanzieren? Verhandelt er nicht regelmäßig mit dem Kunden? Ist er bei jeder Anfrage erfolgreich oder muss er auch Misserfolge mitfinanzieren….
      Ich mag es nicht, dass Leute in unserer Branche als Lebenslaufverteiler angesehen werden (sollte man gerade auch gemerkt haben). Wir machen eine Menge in unserem Job. Dafür brauche ich kein Mitleid und möchte auch nicht als Held gefeiert werden. Allerdings kommt es in keinem Fall dem Bild gleich, dass wir dasitzen ein paar Profile schubsen (da gibt es auch einige, aber das ist ein anderes Geschäftsmodell) und dick abkassieren, um uns Ferrari und Villa zu finanzieren.

      Viel Grüße
      Kai Zimmermann

  • Andrej

    >Besuchen sie den Kunde und den Berater ??
    >Kümmern Sie sich wirklich um Probleme wie eine Unterkunft für den Consultant?

    Schließe mich an. Der Mitarbeiter meines letzten Vermittlers – der Fa. H*** , hat mich nicht mal persönlich kennengelernt, alles war telefonisch und per Post erledigt. ))

    • KaiZimmermann

      Hallo Andrej,

      bitte nicht gegen einzelne Firmen an dieser Stelle vorgehen. Dafür gibt es auf dieser Website die Möglichkeit in der Erfahrungeberichten. (Das Unternehmen kann man evtl ableiten).
      Ich hatte auch bei Yomero und „ein Freiberufler“ schon etwas dazu geschrieben, was die Betreuung der Kandidaten angeht.
      Wir kümmern uns natürlich nicht nur um unsere Kandidaten, weil wir allesamt Gutmenschen sind. Es ist auch etwas Eigennutz dabei. Auch ich möchte bei meinem Kunden einen guten Eindruck hinterlassen, um auch die Folgeprojekte zu bekommen oder noch mehr Kandidaten dort zu vermitteln.
      Wenn dann droht, dass mir jemand abspringt, weil er es mit der Unterkunft nicht hinbekommt (das passiert selten und die meisten finden es schon gut, dass wir einen Businessaccount bei HRS haben, mit dem man etwas Geld sparen kann) oder Probleme bei der Abrechnung entstehen oder Abstimmungen vor dem Projekt erforderlich sind oder Eskalationsfälle auftauchen, dann macht man schon eine ganze Menge.Auch wenn einer meiner Mitarbeiter dann einen höheren Deckungsbeitrag verliert, was mit ein paar Anrufen zu erledigen gewesen wäre, hätte ich damit ein Problem.
      Es sind für mich einfach Dinge, welche zu einem guten Service gehören. Wenn wir immer alles bei jedem machen müssten, wäre es zwar nicht mehr zu bewältigen, aber es sollte ein gutes Miteinander dabei entstehen.

      Mit bestem Gruß
      Kai Zimmermann

  • Wolfgang

    Wie die anderen Kommentatoren habe ich, obwohl noch nie mit einem Ermittler erfolgreich zu einem Auftrag gekommen bin, erstaunt Ihre Ausführungen gelesen.

    Eine Rückmeldung über den Stand eines Projektes habe ich noch nie bekommen, oftmals reichte es bei der Frage nach dem Termin, bis zu dem der Kunde entscheiden wollte, zu einer groben Schätzung. Das ist ja okay, für Nachhaken bin ich selbst zuständig, ich bin ja selbstständig. Aber Rückrufe wegen des Ergebnis der Ausschreibung waren oftmals auch Fehlanzeige. Das Gespräch mit dem Vermittler war in der Regel die letzte von ihm initiierte Aktion. Sieht so eine Partnerschaft aus?

    Zum Geld: Auch dazu finde ich Ihre Zahlen irgendwie unpassend. In den letzten Wochen kamen zu mir fast ausschließlich „Schrottangebote“. Vermittler kamen mit Angeboten aus Österreich – ich lebe in München – für einen, sagen wir mal übersichtlicheren Stundensatz, der etwa 8 – 10€/h unter dem Münchner Niveau liegt, oder genauer dem, was ich beispielsweise bei Gulp finde oder selbst fakturiere. Das ist aber nicht der Gipfel. Da meinte doch eine Vermittlerin, sie hätte für mich ein Angebot, für 36.000€ (in Worten und rückgefragt: sechsunddreißigtausend Euro) für 225 Personentage plus Option auf Verlängerung als zertifizierter Oracle-DBA in den Großraum Berlin zu gehen…
    Irgendwie – nehmen Sie das bitte nicht persönlich Herr Zimmermann -, kommt es mir so vor, als wenn die Gurkenquote in dieser Branche ziemlich hoch liegt!

    • KaiZimmermann

      Hallo Wolfgang,

      auch zu Ihrem Post möchte ich ein „paar Worte“ verlieren.

      > Eine Rückmeldung über den Stand eines Projektes habe ich noch nie bekommen,
      > oftmals reichte es bei der Frage nach dem Termin, bis zu dem der Kunde entscheiden
      > wollte, zu einer groben Schätzung. Das ist ja okay, für Nachhaken bin ich selbst
      > zuständig, ich bin ja selbstständig. Aber Rückrufe wegen des Ergebnis der
      > Ausschreibung waren oftmals auch Fehlanzeige. Das Gespräch mit dem Vermittler war
      > in der Regel die letzte von ihm initiierte Aktion. Sieht so eine Partnerschaft aus?

      Ich kann Ihr Problem auch durchaus verstehen und gebe auch zu, dass auch wir nicht frei von Fehlern an der Stelle sind.
      Oftmals bekommen wir Projektanfragen mit dem Vermerk „asap“. Wir haben glaube ich alle schon gelernt, dass das sehr dehnbar sein kann. Oft ist es dennoch so gemeint, so dass wir entsprechend schnell handeln. Gerade wenn Anfragen von einer zentralen Stelle kommen, können wir es nicht immer beeinflussen.
      Im Normalfall sollte man alle Kandidaten regelmäßig informieren, auch wenn es eigentlich noch keine Neuerungen gibt. Nach einer gewissen Zeit ohne Kundenfeedback sollte dann auch die Absage geschehen. Auch dem Kunden gegenüber, da es aus meiner Sicht ansonsten Respektlos ist.
      Ich kenne aber auch Beispiele, bei denen der Kunde dann erst nach Wochen reagiert hat. Wann ist dann der richtige Zeitpunkt? Schwierig.
      Wir haben bei uns einen kleinen Schutz eingebaut. Ich kann erst dann eine Anfrage schließen, wenn ich allen angebotenen Kandidaten eine Absage geschickt habe. Natürlich lässt es sich umgehen, aber eine Standardabsage ist mit zwei Mausklicks erstellt und am Ende ist der Freiberufler informiert. (Leider wissen wir auch nicht immer den eigentlichen Grund).

      > „Schrottangebote“
      Diese hat man immer wieder. Jedoch sollte der Recruiter dieses wissen und nicht versuchen eine kleine Vergütung als Chance zu verkaufen.

      > „Gurkenquote“
      Dazu hatte ich bei irgendeinem anderen Artikel schon mal etwas geschrieben. Bis zu einem gewissen Grad mag das den Augenschein haben. Der ideale Mitarbeiter für uns hat die IT-Kenntnisse eines Informatikers, das HR-Wissen eines Personalleiters, das Rechtswissen eines Juristen, die betriebswirtschaftlichen Kenntnisse eines Wirtschaftswissenschaftlers und entsprechendes Vertriebsgespür, um den Abschluss zu suchen. Leider wird manches Mal von unseren Marktbegleitern auf IT-Kenntnisse verzichtet. Bei anderen auf das Hirn, aber das kommt zum Glück nicht immer vor 🙂

      Viele Grüße
      Kai Zimmermann

      • Wolfgang

        Alles in allem befriedigende Antworten. Herzlichen Dank dafür, Herr Zimmerman.

        Noch eine Nachfrage: Würde Ihre Firma wirklich eine Anfrage 36.000€ für 225PT (plus Ihre Marge) akzeptieren und auch Arbeit dafür investieren?

        Viele Grüße
        Wolfgang

        • KaiZimmermann

          Hallo Wolfgang,

          die Anfrage ist wirklich schon ein Extrembeispiel. Dabei muss ich mich schon fragen, wie groß die Marge ist und was das soll.
          Sie hatten ja geschrieben, dass man für dieses schmale Geld einen Senior Oracle DBA gesucht hat. Dafür würde ich die Anfrage nicht anfassen. Vielleicht noch eine Rückfrage beim Kunden, ob man dieses wirklich ernst meint.
          Manche Unternehmen wünschen sich derzeit vermehrt eine Arbeitnehmerüberlassung, um der Gefahr der Scheinselbstständigkeit zu entgehen. Ein Indiz dafür ist, dass man Ihnen weder einen Stunden- oder Tagessatz angeboten hat, sondern ein Jahresgehalt. Das Thema an sich kann man auch sehr zwiegespalten sehen. Bei sehr langen Beauftragungen über mehrere Jahre kann ich dieses sogar etwas verstehen. Selbst dann bleibt noch die Frage der Tarifierung.
          Als Dienstleister unterliegt man in dem Fall immer mindestens dem „Equal Pay“, was bedeutet, dass ich dem Arbeitnehmer dann mindestens das Gehalt zahlen muss, welches er auch bei einer Festanstellung in dem Unternehmen erzielen kann. Aus Unternehmenssicht kann man hier zwar ein wenig tricksen, aber dieses birgt durchaus Gefahren. Ein „Senior“ wird hingegen ohnehin in einer Entgeldgruppe sein, welche auf keinen Fall mit 36k€/Jahr abgegolten wird. Daher auch hier keine Chance den Vertrag abzubilden.
          Was ich als einzige Möglichkeit sehe ist eine Beauftragung an einen Vermittler, welcher Near- oder Offshore Kandidaten zur Verfügung hat, welche dann kaum (keine) Deutschkenntnisse haben und die Aufgaben remote erledigen.
          Sie sehen, dass es evtl. auch einen Anbieter geben kann, welcher dieses leistet. Damit auf deutschsprachige Freelancer los zu gehen halte ich aber für eine Frechheit.
          Noch ein kurzes Statement zu Near- und Offshore: Es gibt für mich persönlich durchaus Einzelfälle, warum man dieses machen kann / sollte. Dennoch wird der inländische Markt dadurch massiv geschwächt und die Qualität wird in vielen Fällen leiden. Daher nur dann aus meiner Sicht wirklich vorteilbringend, wenn es sich um einen niedrigen Qualifikationsgrad handelt.
          Die meisten Freiberufler sind aber hochqualifiziert, so dass ein Angebot, welches Ihnen unterbreitet wurde einfach nur unseriös ist. Die Aufgabe des Vermittlers ist dann ganz klar dem Kunden dieses auch so mitzuteilen, was dann auch bedeutet, dass wir an der Stelle auch keine Arbeit investieren würden. (Wir haben besseres zu tun:))
          Mit bestem Gruß
          Kai Zimmermann