Hoher Vermittlungsaufschlag = hohe Erwartungen an den Freelancer

Letzte Woche wurde ein interessanter Aspekt hoher Vermittleraufschläge auf unseren Freelancer-Tagessatz in eine Online Diskussion eingebracht:

„Der Kunde misst das Preis/Leistungsverhältnis an dem was er zahlt
und nicht an dem was beim Freelancer hängen bleibt.“

Logisch: Wenn ich den Satz eines erfahrenen Experten zahle, dann erwarte ich als Kunde auch einen erfahrenen Experten.

Diese Erwartungshaltung ist also nur verständlich. Aber welche Auswirkung hat ein hoher Aufschlag auf diese Erwartungshaltung?

Expectation Management

Expectation Management ist das Managen der Erwartungshaltung des Kunden. In anderen Worten: Kommuniziere mit dem Kunden eindeutig die Leistungen, die er von Dir erwarten kann. Er soll genau verstehen, was Du wann und in welcher Qualität und zu welchen Kosten leisten wirst und was nicht.

Ein gutes Expectation Management ist für komplexe Projekte schwierig. Noch schwieriger ist es in den „üblichen Projekten“, wenn im Vorgespräch nur die wichtigsten Punkte geklärt wurden und im Projekt noch zusätzliche Herausforderungen auftauchen.

 

Klassische Situation beim Kunden

Nicht allen Budgetinhaber und Projektleiter wissen, dass sie zu dem Tagessatz auch mal 40% oder 50% Vermittleraufschlag bezahlen. Sie können es auch nicht wissen, da viele Vermittler diesen Aufschlag nicht offen legen.

Und selbst wenn dem Projektleiter der Aufschlag bewusst ist, verschwimmt diese rationale Überlegung im Projekt.

  • Was im Projekt (und ganz besonders zu dessen Ende zählt) ist, dass im Budget nur 100 Tage des Experten enthalten sind.
  • Was zählt ist, dass diese Tage meist nicht reichen, da die Aufgaben des Freelancers sehr wahrscheinlich erweitert werden, weil zusätzliche Herausforderungen erst im Projekt auftauchen oder er ein paar Tage nichts tun kann (diese Tage dann „weg“ sind).
  • Was zählt ist die Erwartung an ihn als Spezialisten, dass er seinen Problembereich „löst“.

 

Die Überlegung(en)

Wäre der Druck auf den Freelancer nicht geringer, wenn das gleiche Budget 127 statt 100 Tage kaufen könnte (bei 10% Aufschlag statt 40%)?

Wäre der Druck auf den Freelancer nicht geringer, wenn der Tagessatz für den Kunden nicht als Spitzensatz empfunden werden würde?

Was meint Ihr?

Euer Peter

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Peter Monien

Ehemaliger hauptamtlicher Vorstand und Content Marketing Verantwortlicher von 4freelance. Peter ist Gründer und Geschäftsführer von TEAM 4M: Mainframe Anwendungssoftware Maintenance Outsourcing „in budget“, von deutschsprachigen Experten, mit Effizienz-Rückvergütung. Er hat mehr als 15 Jahre Erfahrung im B2B-Sales und war unter anderen bei Dow Jones und Red Hat tätig. Sie finden Peter Monien auf LinkedIn und XING.