Recruiting-Agentur als Genossenschaft

Ich hatte mir einmal vorgenommen, auf 4freelance Endkundenprojekte anzubieten. Bis jetzt ist mir das nur in Einzelfällen gelungen. Skalierbar Endkundenprojekte zu gewinnen, schaffen anscheinend nur Recruiting-Agenturen. Die Kunden lieben Projektvermittler wegen der einfachen Abwicklung und aufgrund ihrer Fähigkeit, schnell (und manchmal auch passgenau) zu liefern. Der einzige Weg, an Endkundenprojekte zu kommen, scheint also, selbst auf dem Markt als Agentur aufzutreten.

Bei der Überlegung, wie ich auf 4freelance Endkundenprojekte gewinnen kann, ist die Idee der Recruiting-Agentur als Genossenschaft geboren. Das Besondere an der Genossenschaft ist das demokratische Prinzip. Jeder Genosse hat eine Stimme, unabhängig von der Höhe der Einlage. Die Genossenschaft ist ein Kapitalunternehmen, das nicht profitmaximierend arbeitet. Stattdessen steht der Mitglieder-Nutzen im Vordergrund. Die Mitglieder wiederum sind die Freelancer, die die Genossenschaft vermittelt. Eine Recruiting-Agentur als Genossenschaft handelt also im Interesse der Freelancer. Die Vermittlungsprovision ist nicht das Ziel, sondern einen notwendiges Mittel, um die Kosten für Vertrieb, Marketing, Administration, unternehmerisches Risiko, etc. zu bezahlen. Wenn die Höhe der Einnahmen die der Ausgaben übersteigt, wird das Geld entweder als Rücklage angelegt oder der Gewinn wird an die Mitglieder als Dividende ausgezahlt.

Endkunden profitieren von einer Freelancer-Genossenschaft

Auch aus Kundensicht ist die eine Recruiting Agentur als Genossenschaft ein idealer Partner. Neben den Vorzügen einer Recruiting-Agentur (Fester Ansprechpartner, Rahmenvertrag, etc.), haben die Kunden einen Preisvorteil, da sie die Dienstleistung direkt beim Anbieter einkaufen. Tatsächlich habe ich die Idee bereits mit einigen potentiellen Kunden besprochen. Das Feedback war entweder neutral (“Mir ist egal, woher ich einen Freelancer bekomme”) oder positiv – wenn der potentielle Kunde die Vorteile der direkten Zusammenarbeit verstanden hat.

Bevor ich die Idee weiter verfolge, möchte ich diese auch auf der Freelancer Seite weiter validieren. Nachfolgend finden Sie eine Beschreibung des Angebots. Teilen Sie mir über die Kommentare mit welche Punkte Ihnen nicht gefallen oder welche Veränderung vorgenommen werden muss, damit das Angebot interessant ist.

Angebot für Freelancer

  • Die Genossenschaft vermittelt nur Endkundenprojekte
  • Ein Genossenschaftsanteil kostet 100 € und ist übertragbar
  • Die Vermittlungsprovision für Genossen beträgt 10%
  • Die Vermittlungsprovision für Nichtmitglieder beträgt 15%
  • Das Zahlungsziel ist 30 Tage
  • Eine Verkürzung des Zahlungsziels auf einen Tag ist über ein Factoring Unternehmen möglich, das zusätzlich 3.97% Provision beansprucht
  • Genossen können eigene Kunden (Leads) der Genossenschaft empfehlen. Bei erfolgreicher Vermittlung zahlt die Genossenschaft 20% aller Vermittlungsprovisionen für diesen Kunden über den Zeitraum von einem Jahr.
  • Die Genossenschaft ist in folgenden Märkten aktiv: IT, Engineering, Finance, HR, Sales & Marketing. Freelancer aus anderen Branchen haben geringe Vermittlungschancen.

Wenn Sie über die weitere Entwicklung des Projekts informiert werden möchten, tragen Sie Ihre E-Mail-Adresse bitte in das Formular ein. Sobald sich 100 Interessenten gemeldet haben, werde ich das Projekt weiter verfolgen.

Tags:, , ,

Timo Bock

Als Betreiber von 4freelance schreibt Timo Bock in unregelmäßigen Abständen auf diesem Blog. Daneben ist er Co-Founder des Bitcoin Startups SatoshiBay und als Product Consultant für ein webbasiertes soziales Netzwerk aus Mountain View tätig. Zuvor war er vier Jahre in unterschiedlichen Positionen für einen Projektvermittler tätig. In dieser Zeit hat Bock immer wieder festgestellt, dass es einige schwarze Schafe auf dem Markt gibt. Somit ist die Idee für die Projektvermittler-Bewertungen auf 4freelance geboren. Sie finden Timo Bock auf LinkedIn und Twitter
  • Hallo Herr Bock, grundsätzlich ist das eine gute Idee, aber haben Sie denn schon mal bei den potentiellen Auftraggebern vorgefühlt, ob Interesse besteht? Nach meiner Erfahrung geht es den großen Firmen nicht unbedingt um Vermittler, mit denen sie Verträge abschließen wollen, sondern darum, dass es sich bei dem Auftragnehmer um eine GmbH oder AG handelt. Wie es mit Genossenschaften aussieht, weiß ich allerdings nicht.

    • 4freelance

      Hallo Herr Barheine, ich habe mit potentiellen Kunden gesprochen aber nicht gefragt ob ein Vertrag mit einer Genossenschaft (EG) anders als ein Vertrag mit einer AG oder GmbH behandelt wird. Eine EG ist eine eigene juristische Person und eine Kapitalgesellschaft, genauso wie eine AG oder GmbH. Es gibt durchaus auch große Unternehmen die als Genossenschaft firmieren (Beispiel: Volksbanken, Edeka, Datev oder KPMG). Ein Nachteil könnte die niedrige Kapitaleinlage einer EG sein. Zur Not kann die EG auch Gesellschafterin einer GmbH sein. Somit könnte der Kunde einen Vertrag mit einer GmbH abschließen, die zu 100% im Besitz der EG ist.

      • Hallo Herr Block, ich frage nur nach, weil von mir schon explizit von einer Einkaufsabteilung verlangt wurde, eine GmbH zu gründen, wenn ich weiterhin Aufträge bekommen wolle. Sie würden nur noch Aufträge an GmbH vergeben, hieß es. Haftungsfragen, Korruptionsbekämpfung, Steuerkram, Bilanzierungspflicht,… Ich weiß gar nicht mehr, warum die das damals verlangten. Ich habe das dann auch abgelehnt.

        • 4freelance

          Klar, für einen einzelnen ist der Aufwand eine GmbH zu betreiben sehr hoch. Wenn die Genossenschaft die GmbH betreibt, ist der Aufwand pro Mitglied deutlich geringer. Es muss sich natürlich auch für die Genossenschaft lohnen. Wenn mehrere Kunden mit entsprechend hohem Potential darauf bestehen, wäre es zumindest denkbar diesen Weg zu gehen.

          • Arno Lesmeister

            Hallo zusammen,

            der Aufwand eine GmbH zu betreiben ist nicht größer bzw. geringer als die einer Genossenschaft. Ich betreibe eine GmbH als Einzelperson mit Mitarbeitern die eingesetzt werden bei EDV Projekten.

            Die Frage ist doch warum werden Vermittler dazwischen geschaltet? Es geht hier rein um die Scheinselbständigkeit die jeden Freelancer betrifft der langfristig von einer Firma beauftragt wird. Dieses Haftungsrisiko möchten die Großunternehmen abwenden. Alternativ die Lohnnebenkosten einsparen und noch vieles mehr was HR betrifft.

        • Jan Wille

          Hallo Herr Barheine,

          m.E. steckt hinter dieser Forderung der GmbH Gründung die indirekte Absicherung gegen abhängige Beschäftigungsverhältnisse, aus denen im Nachgang für den Kunden Forderungen der Sozialkassen aufgrund von Scheinselbständigkeiten entstehen können.

          Das scheint mir auch der Hauptgrund zu sein, warum der Kunde seine Projekte lieber über eine Recruiting-Agentur besetzt.

          • PT

            Hallo Herr Wille,

            eine GmbH hilft dabei aber auch nicht, wenn die Tätigkeit arbeitnehmerähnliche Tätigkeiten umfasst und der „GmbH-Mitarbeiter“ auch nur der einzige BEschäftigte der GmbH ist. Auch GF hilft nicht.

            Gruß
            PT

  • Johannes Hoppe

    Klingt sehr vielversprechend. Ich bin der ganzen Projektvermittler
    überdrüssig. Die vorgelegten Verträge nehmen teilweise groteske Formen an – vor
    allem dann, wenn noch ein unmotivierter Payroll-„Service“ durchgefüttert wird.

  • Alois Gruber

    Hallo Herr Bock,
    klingt gut, und ob man dann Genosse ist oder Gesellschafter einer GmbH (mit Einlage) macht nicht wirklich einen unterschied (denke ich).
    Hätte da aber noch zwei Fragen. Die Vermittlungsgebührt ist einmalig? Und auf was beziehen sich die Prozente?

    • 4freelance

      Hallo Herr Gruber,
      Soweit ich weiß, muss man um Gesellschafter einer GmbH zu werden einen Notar beauftragen. Einen Genossenschaftsanteil kann man unkomplizierter erwerben.

      Die Vermittlungsprovision bezieht sich auf den laufenden Umsatz, genauso wie bei einer Recruiting Agentur. Wenn der Kunde der Genossenschaft pro Monat 10.000 € zahlt, behält die Genossenschaft 10% davon. Der Freelancer würde also 9.000 € ausgezahlt bekommen.

  • Joachim Senf

    Hallo Herr Bock, das halte ich für eine verfolgenswerte Idee! Unter den aufgeführten „Märkten“ vermisse ich allerdings das Projektmanagement.

    • 4freelance

      Danke für den Hinweis. Die Märkte sind natürlich nicht in Stein gemeißelt. Generell würde die Genossenschaft die Märkte bedienen, die Recruiting Agenturen auch bedienen. Projektmanagement gehört sicherlich zu den üblichen verdächtigen.

  • Lutz Thiel

    Hallo Herr Bock,

    der Grundgedanke einer Genossenschaft ist doch, kleinere Marktteilnehmer zu bündeln und so zu einer höheren Marktmacht zu verehelfen.

    Das setzt doch voraus, dass alle Genossen dieselben Marktziele besitzen. Dem ist aber nicht so.

    Anders als in üblichen Genossenschaften (so wie ich sie kenne) wird nicht das Produkt (also die Beratungsleistung) in einen Pool geworfen und anonym (im Sinne von Produzentenneutralität) verkauft. Vielmehr besteht zwischen den Genossen (zumindest in Teilen) eine Konkurrenzsituation (ggf. auch anders als bei den „Genossen bei KPMG“ (… was für ein Wortspiel…).

    Die Konkurrenzsituation verbunden mit der dazwischengeschalteten Recruitingfirma sehe ich übrigens als Hauptgrund an, warum der Endkunde sehr häufig nicht den für ihn am besten geeigneten Freelancer bekommt. Vielmehr unterliegt er der Filterfunktion der Recruitingfirma, die Freelancer nach deren eigenen Optimierungsregeln (Mischung aus Erfolgswahrscheinlichkeit und Marge) anbieten oder eben nicht.

    Interessant bei der Genossenschaftslösung wäre mich daher, wie die Angebotsauswahl für den Kunden erfolgt. Eine unsktukturierte Zusendung von 128 (nur als Beispiel) Profilen kann ja uch nicht die Lösung sein.

    Beste Grüsse

    Lutz Thiel
    https://www.xing.com/profile/Lutz_Thiel
    http://www.thiel-bc.com

    • ULohmann

      Hallo,

      ich habe das Ganze bereits in Form einer GmbH mitgemacht. Damals fanden sich ca. 20-25 Freelancer, die für „einen“ bekannten SW-Hersteller Beratung und techn. Support (inkl. Programmierung) anboten. Also eigentlich recht überschaubar.
      Das Vorhaben scheiterte bevor es so richtig los ging, Gott sei Dank ohne „viel“ Geld zu verbrennen.
      Ein Grund war die angesprochenen Konkurrenzsituation untereinander. Wer bekommt welche Aufträge, was ist mit Aufrägen die ein Freelancer selbst an Land zieht, wie werden Dienstleistungen des Freelancers an die GmbH/eG verrechnet, z.B. Verkaufsunterstützung durch Meetings/Vorführungen etc.? U. a. diese Regelungen sind verdammt schwer umzusetzen und einvernehmlich (unter den gesellschaftern/Genossen) festzulegen.

      Ich denke, dass kann nur funktionieren wenn ein kleiner kompetenter Kreis von Leuten versucht vernünftige Regeln auf die Beine zu stellen und die Gründungsphase (eG finde ich auch gut) komplett durchzieht. Danach können weitere Genossen dazu stossen, die allerdings die dann besteheneden Regelungen akzeptieren müssen (zumindest bis zur nächsten Genossenschaftsversammlung). Sonst dauert es Jahre, bis eine eG oder GmbH gegründet ist.

      Viele Grüße und viel Erfolg
      Uwe Lohmann

      • 4freelance

        Ich denke auch, dass die Satzung als Regelwerk entscheidend ist.

    • 4freelance

      Hallo Herr Thiel,

      vielen Dank für die kritische Auseinandersetzung.

      Ich denke auch, dass eine Freelancer Genossenschaft aus den von Ihnen genannten Gründen nicht funktionieren würde. Ich habe die Idee deshalb auch „Recruiting Agentur als Genossenschaft“ gennant. Das bedeutet, dass die Genossenschaft tatsächlich als Agentur arbeitet. Etwas vereinfacht bedeutet dass, es gibt Account Manager, die Kundenbeziehungen pflegen und Recruiter, die Kandidaten auf Projekte vorschlagen. Die Angebotsauswahl und die Qualitätssicherung ist aus meiner Sicht eine Herausforderung, die die Genossenschaft genauso gut oder schlecht wie eine konventionelle Recruiting Agentur lösen kann. Der unterschied ist nur, dass die Zielsetzung nicht Gewinnmaximierung sondern Nutzenmaximierung für die Mitglieder ist.

  • Lutz Gagzow

    Hallo Herr Bock,
    Für stellen sich erste Fragen:
    1. Wo soll diese eG denn gegründet werden? Hamburg oder München.
    2. Wie gestalltet sich das Führungskommitee aus?
    3. Die genannten Prozentanteile beziehen sich worauf.
    4. Sind auch mehr Genossenschaftsanteile möglich und reduziert sich dann die Provision?
    – Ich finde, wenn ich einen Kontakt zur Verfügung stelle und sich daraus lanfristige Geschäftsbeziehungen bilden sollte die Provision nicht auf ein Jahr limitiert sein.
    Frage in eigener Sache:
    – Wie wird man Mitglied im Vorstand?
    MfG
    Lutz Gagzow

    • 4freelance

      Hallo Herr Gagzow,

      hier meine Antworten:

      1. Wo soll diese eG denn gegründet werden? Hamburg oder München.

      Antwort: München

      2. Wie gestalltet sich das Führungskommitee aus?

      Antwort: Eine Genossenschaft benötigt drei Vorstände und drei Aufsichtsräte. Diese würde ich für die Gründung nur mit Personen besetzten, die ich bereits kenne und mit denen ich bereits zusammengearbeitet habe. Einmal im Jahr gibt es eine Hauptversammlung in der jedes Mitglied eine Stimme hat. Die Mitglieder entscheiden dann über die Besetzung der Führung.

      3. Die genannten Prozentanteile beziehen sich worauf.

      Antwort: Das bezieht sich auf den monatlichen Umsatz durch Aufträge, die die Genossenschaft vermittelt hat.

      4. Sind auch mehr Genossenschaftsanteile möglich und reduziert sich dann die Provision?

      Antwort: Der einzige Vorteil von mehreren Anteilen sind höhere Dividendenauszahlungen.

      Ich finde, wenn ich einen Kontakt zur Verfügung stelle und sich daraus lanfristige Geschäftsbeziehungen bilden sollte die Provision nicht auf ein Jahr limitiert sein.

      Antwort: Eine einmalige Vorstellung is nicht viel Arbeit aber sie kann sehr hilfreich sein. Die Idee ist, dass die Provision dafür einen kleine Anreizt bietet.

      Frage in eigener Sache:
      – Wie wird man Mitglied im Vorstand?

      Antwort: Der Vorstand wird von der Generalversammlung gewählt. Jedes Mitglied hat eine Stimme.

  • Christian Sy

    Den Kunden geht es nicht nur um das Thema Scheinselbständigkeit, sondern um die Reduzierung der Lieferantenanzahl (somit Vereinfachung der Verträge). Grundsätzlich ist die Idee der Genossenschaft interessant. Gibt es übrigens auch schon meines Wissens (glaube u.a. im Münchner Raum). Aber die Umsetzung ist schwierig, kostet Zeit und somit Geld. Sowohl das initiale Setup als auch der laufende Betrieb. Das muß man erstmal verdienen durch Provisionen…vor Jahren hatte ich diese Idee auch mal, aber habe sie deshalb verworfen.

  • Jochen Grahl

    Hallo Herr Bock,

    ich finde die Idee sehr gut und würde mich freuen, wenn sich diese erfolgreich umseten lässt.

    Der Erfolg der Idee hängt meines Erachtens an der Qualität der Vermittlung. Nur durch eine sehr passgenaue Vermittlung wird eine hohe Erfolgsquote beim Endkunden und langfristige vertrauensvolle zusammenarbeit erzielt. Allerdings steckt in einer hochwertigen und passgenauen Vermttlung auch viel Arbeit und die ausschließliche Zusammenarbeit mit Freelancern, deren Profile und Skills man auch einschätzen kann.

    Demzufolge fände ich die ausschließliche (oder zumindest streng vorrangige) Vermittlung von Mitgliedern sinnvoll. Die Vermittlungsprovision sollte kosten- bzw aufwandsorientierter stattfinden, zb. durch einen fixen und einen niedrigen variablen Anteil. Es sollte eine Sonderregelung für vom freelancer akquirierter und über die Genossenschaft abgewickelter (Folge-) Aufträge geben, die zb. nur einen Fixanteil zur Deckung der Abwicklungskosten beinhalten.

    Zuletzt darf keine Vermittlung um der Vermittlung willen geben, also nur
    vermitteln, wenn es auch passgenaue Skillprofile bei den Mitgliedern (ggf. nachrangig bei Nichtmitgliedern) gibt. Damit kann man sich meiner Meinung nach mittel- und langfristig
    einen hervorragenden Ruf und Geschäft jenseits der reinen
    Preisoptimierung sichern. Die Auswahl der vorzustellenden Freelancer sollte über Einschätzung der Skills und getrackte Rückmeldungen von Endkunden nach Projektabschluss erfolgen. Dabei sollte Optimierung der Passgenauigkeit und Erfolgsaussichten nach Projektvermittlung vor der Optimierung des Preises und der Erfolgsaussichten der Vermittlung stehen.

    Soweit meine persönlichen Vorstellungen als Ergänzung. Ich freue mich auf weitere Diskussion.

    Viele Grüße
    Jochen Grahl

    • 4freelance

      Hallo Herr Grahl,

      ich sehe bei der Qualitätssicherung auch die größten Herausforderungen. Bei Recruiting Agenturen verantwortet der Account Manager die Qualität der vorgeschlagenen Profile. Dieser sollte an einer langfristigen Kundenbeziehung interessiert sein und hat deshalb ein Interesse möglichst passende Vorschläge zu machen. Aus meiner Sicht funktioniert das System aber nicht immer perfekt, weil der Account Manager nicht immer langfristig denkt und auch nicht immer die Qualität beurteilen kann. Ich bin mir nicht sicher wie eine Genossenschaft das Qualitätsproblem besser lösen kann. Momentan vertrete ich den Standpunkt, dass die Genossenschaft die gleiche Qualität wie eine konventionelle Recruiting Agentur bieten kann. Für Vorschläge wie eine Genossenschaft bessere Qualität liefern kann bin ich offen.

      Was die Vermittlungsprovision angeht, denke ich auch, dass eine Staffelung nach Aufwand sinnvoll sein kann.

      • Jochen Grahl

        Hallo Herr Bock,
        hallo Freelancer,

        ich denke nicht, dass eine Genossenschaft grundsätzlich durch Ihre Struktur besser Qualität bei der Vermittlung liefern wird. Auch bei den ’normalen‘ Agenturen gibt es solche, die sich über Masse und solche, die sich über Klasse definieren. Mich persönlich interessiert das Konzept der Beteiligung an einer Genossenschaft (oder sonstigen Struktur) nur dann, wenn die Qualität das vorrangige Ziel ist. Meines Erachtens vereinbart sich dies auch optimal mit der Non-Profit Orientierung.

        Ein großer Schritt zur Qualität ließe sich durch Recruiter erzielen, die auf einen fachlichen Bereich spezialisiert sind, in dem sie selbst über einige Kenntnisse verfügen.

        Der wichtigste Schritt wäre die Einführung (und deren Vermarktung beim Endkunden) zumindest eines kurzen Telefonates an dem neben dem Einkäufer und Account Manager zwingend auch der Projektleiter des Endkunden und der spezialisierte Recruiter der Vermittlung teilnehmen. Nur dann kann man statt ’stiller Post‘ die wirklich passenden Spezialisten eruieren und vermitteln.

        Dies nur mal als zwei wichtige Themen, die neben einem nur moderaten Wachstum des Freelancer Pools in meinen Augen maßgeblich zur Positionierung auf sehr hohe Qualität beitragen.

        • JF

          Hallo zusammen,
          diese Aussagen treffen den Kern der Qualität. Bis vor gut
          zehn Jahren hatte man als Freiberufler nur über in seinem Tätigkeitsfeld spezialisierte, kleinere IT-Firmen in vermittelten Aufträgen gearbeitet. Und so gut wie nicht über Agenturen.

          Deren Mitarbeiter und Vertriebler konnten die Aufgabenstellungen der Kunden aus fachlichen Gesprächen mit dem Kunden einordnen. Und hatten – im Gegensatz zu dem was über immer Agenturen beigestellt worden war – immer gut passende eigene Mitarbeiter oder FBler in die Projekte geliefert gehabt. Bevor ein FBler darüber vermittelt worden war, waren meist im Vorfeld zuerst ausgiebige persönliche Gespräche (Soft- und fachliche Skills) vorausgegangen. Leider konnte man wegen der ‚Selbständigkeit zum Schein‘ nicht dauerhaft mit diesen spezialisierten Geschäfts- partnern zusammenarbeiten. Seither waren diese kleineren, spezialisierten IT-Firmen leider zugunsten der All-Round-Agenturen aus dem Vermitlungsgeschäft heraus gedrängt worden.

      • Alexander Meneikis

        Ich denke, jede Art von Agentur liefert Qualität dadurch, dass sie die Projekte wirklich genau betrachtet (statt Massenabfertigung per Stichwortliste) und ihre Kunden und ihre FB wirklich kennt, das ist unabhängig von der Rechtsform.

  • MR

    Guten Tag Herr Bock,

    Zuerst einmal herzlichen Dank für Ihr Engagement! Genau letzteres macht nämlich den entscheidenden Unterschied aus — jammern tun viele, aktiv die (imho gänzlich unbefriedigende) Situation mit den Vermittlern zu verändern dagegen nur sehr wenige. Ich habe schon vor geraumer Zeit aufgehört zu zählen, von wie vielen selbständige/freischaffende Kollegen ich „man könne/müsste/sollte“ gehört habe.

    Nun kann man sich ja verschiedene Modelle vorstellen, „Freischaffende“ organisiert zu bekommen — denn darum geht es ja letztendlich: aus vielen schwachen Einzelkämpfern eine starke, schlagkräftige Organisation zu machen. Und hier zeigt sich bereits das Grundproblem des Unterfangens: viele Kollegen haben sich irgendwann einmal bewusst für die Selbständigkeit (und, böse gesagt, gegen „Vereinsmeierei“, zumindest aber gegen die Verpflichtungen, die mit der Zugehörigkeit zu einer Organisation einhergehen) entschieden. (OK, natürlich gibt es auch diejenigen, die einfach so „hineingerutscht“ sind.) „Frei“ ist halt nun mal ein wesentlicher Bestandteil des Wortes „freischaffend“. Leider geht meiner Erfahrung nach „frei“ und „organisiert“ im Verständnis vieler Kollegen nicht zusammen.

    Dabei zeigen andere „freischaffende“ Berufstände, dass sich Selbständigkeit und Organisation in einer schlagkräftigen Interessenvertretung keineswegs ausschliessen: Ärzteverband, Anwaltskammer, Handwerkerinnungen, und Unternehmervereinigungen sind nur einige Beispiele.

    Daher besteht der Knackpunkt, der über Erfolg oder Misserfolg eines solchen Versuchs entscheidet, Freelancer organisiert zu bekommen, m.E. darin, die (meist nur subjektiv gefühlte, real aber gar nicht gegebene) Freiheit des Einzelnen zu erhalten, ohne dadurch die Reichweite und Schlagkraft der Organisation zu vermindern. Vielleicht ist das der Versuch der Quadratur des Kreises, aber an selbiger haben sich ja auch Unzählige versucht, bis schliesslich der Beweis ihrer Unmöglichkeit gelang 😉

    Zumindest im Gedankenexperiment habe ich daher, nach unzähligen Diskussionen mit Kollegen, Modelle auf Grundlage einer Gewerkschaft oder eines Berufsverbands mit obligatorischer Mitgliedschaft (ähnlich einer Handwerks-Zunft/-Innung) wieder verworfen.

    Ich denke, Ihr Ansatz mittels einer Genossenschaft ist unter den gegebenen (juristischen und gesellschaftlichen) Bedingungen die erfolgversprechendste Option, und auf jeden Fall den Versuch wert. In diesem Sinne: ich wäre dabei.

    Beste Grüsse aus der Schweiz,

    Michael Reiff

    • 4freelance

      Hallo Herr Reiff,
      vielen Dank für das Lob und die kritische Auseinandersetzung.
      Wenn Freelancer die Genossenschaft als zusätzlichen Vertriebskanal betrachten, denke ich, dass das Gefühl der Freiheit darunter nicht leidet. Problematisch wird es natürlich, wenn die Genossenschaft der einzige oder wichtigste Kanal für neue Kunden wird.

  • Auf „akademie.de“ gibt es einen Artikel mit Hintergrundinformationen zum Thema Genossenschaften für Freiberufler. Vielleicht ist das für den einen oder anderen interessant: http://www.akademie.de/wissen/genossenschaften-selbststaendige

  • Jan Dollenmayer

    In der Tat ein interessanter Ansatz. Aus Sicht eines Kunden dürfte neben Sicherheits- und Haftungsfragen auch wichtig sein, ob passgenaue Kandidaten vorgestellt werden können. Dies erfordert eine Vielzahl an Profilen – je breiter das Angebotsportfolio gewählt wird, desto mehr Profile sind notwendig. Zudem muss derjenige, der über die Zusendung der Kandidatenprofile zum Kunden entscheidet, die potentiellen Kandidaten auch gut kennen. Professionelle Vermittler unterhalten sich zudem erst einmal ausführlich mit potentiellen Kandidaten, bevor ein Profil zum Kunden geht.

    Die Schwierigkeit ist somit, wie schafft man es, eine mölglichst große Anzahl an Profilen zu erhalten und diese auch gleichzeitig wirklich zu kennen?
    Ein Ansatz wäre, dass Themenbezogen jeweils ein Expertenteam über die Kandidaten, die dem Kunden vorgestellt werden, entscheidet.

    • 4freelance

      Ja, eine Spezialisierung der Recruiter in Verticals ist ein Weg. Viele Recruiting Agenturen arbeiten auch so. Wie stellen Sie sich das Einbeziehen von Expertenteams vor? Was ist der Anreizt für die Experten dort mitzuwirken? Wie wird ein Genosse „Experte“? Was passiert wenn ein Freelancer von einem Experten abgelehnt wird?
      Wenn die Genossenschaft durch ihre Mitglieder bessere Qualität liefern kann, wäre das ein gewaltiger Vorteil gegenüber konventionellen Agenturen.

      • Jan Dollenmayer

        Die Nutzung von Expertenteams hatte ich für folgende Aufgaben angedacht:
        1. Entscheidung über Auswahl neuer Mitglieder, ggf. inkl. Einstufung der Expertise
        2. Auswahl von Kandidaten für Projekte
        3. Evtl. auch für Entwicklung von Angeboten / Akquise

        Bei der zweiten Aufgabe gibt es ggf. einen Interessenkonflikt, wenn die Expertenteammitglieder sich selbst für das Projekt interessieren. Dann dürfen sie nicht mit abstimmen.

        Ich denke, jeder Genosse sollte in mehreren Themen eine große Expertise haben und hier auch Interesse haben, mitzuwirken – sonst ist er eh falsch in der Genossenschaft. Die Bereitschaft zur Mitarbeit kann bei Bedarf durch geeignete materielle Anreize (Credits / Bonus) gefördert werden. Ich vermute aber, dass die meisten Genossen (zumindest solange die Größe der Genossenschaft noch überschaubbar ist) gerne mitarbeiten.

        Den Expertenstatus kann man entweder einfach aufgrund einer Selbstklassifzierung oder auf Basis der Einschätzung anderer erhalten (Kritieren zur Einstufung z.B. Anzahl Mannmonate mit Projekten eines bestimmten Themas). Ggf. auch Selbsteinschätzung mit Kontrolle durch andere, um Einhaltung sicherzustellen. Wer hier stark schummelt, disqualifiziert sich selbst. Sollte alles nur nicht zu aufwändig werden.

        Ich habe den Begriff „Thema“ gewählt, da ich im Kontext der Exertenteams weniger an eine Organisation nach Branchen oder Verticals für die Auftrags- / Kundenakquise gedacht habe, sondern z.B. an die Kandidatenauswahl. Mit Themen meine ich z.B. Aufgaben wie Projektmanagement, Strategieentwicklung, Programmierung (etwas vereinfacht dargestellt).
        In aufzubauenden Profildatenbanken müssen natürlich noch weitere Kritierien berücksichtigt werden, da ja kein Kunde einen Projektmanager sucht, sondern z.B. einen Projektmanager mit guten Englischkenntnissen, PRINCE2 Zertifizierung und Erfahrung in der Automobilbranche.

        Aber wie gesagt: Für einen Start sollte man nicht gleich zu ambitioniert sein. Wenn es nachher nur 20 Genossen gibt und 10 Projekte im Jahr, dann brauch man auch nicht so ein ausgefeiltes Verfahren.

        Eine letzte Anmerkung: Ich denke, man sollte noch einmal sehr genau überlegen, was der Mehrwert des Konstrukts für den Kunden ist und was das Konstrukt „einzigartig“ machen kann (z.B. transparentes Auswahlverfahren durch alle Freelancer, Einsatz einer Scoringmethode zur Auswahl des bestgeeigneten Freelancers, ….).

        • 4freelance

          Vielen Dank für die Vorschläge.
          Um die Genossenschaft möglichst schnell umzusetzen, ist aus meiner Sicht eine einfache erste Version der Qualitätssicherung besser als eine sehr gute Form der Qualitätssicherung.
          In weiteren Iterationen kann die Qualität verbessert werden. Wichtig dabei ist, dass es Objektive Kriterien gibt, anhand derer gemessen werden kann ob eine Maßnahme aus Kundensicht zu einer Verbesserung geführt hat oder nicht. Mögliche Kriterien könnten der Prozentsatz der Fehlbesetzung sein oder Ergebnisse aus Kundenbefragungen.

          • Jf

            Bei den derzeit üblichen Projektausschreibungen werden überwiegend mit utopischen Anforderungen Superleute gesucht, wobei aber die Stundensätze jedes Mal in Dumpingbereich liegen sollen. Dass es in Anbetracht der in jetziger Zeit überwiegend
            üblichen Ausschreibungen vorprogrammiert nur zu Fehlbestzungen kommen kann, beschreibt der neue Erfahrungsbericht, aktuell von der Computerwoche
            http://www.computerwoche.de/a/utopische-anforderungen-an-it-freiberufler,3063430
            an einem anschaulich praktischen Beispiel einer solchen Ausschreibung. Und kommt letztlich auch zu demFazit:

            Von Personalvermittlern erwarte man eigentlich, dass sie wissen, was sie fordern und nicht nur einfach Profile durchreichen. Vielmehr sollten sie in intensiven Gesprächen mit dem Kunden diskutieren, welche Anforderungen wirklich wichtig sind und welche nicht.
            Aber genau Letzteres wird von keinem Vermittler gemacht, weil das gesamte Personal fachlich dazu gar nicht in der Lage ist. Stattdessen wird die von Kundenseite erhaltene Liste ganz einfach Wort-wörtlich in die Projektausschreibungen veröffentlicht.

  • Alois Gruber

    Hallo,
    zur allgemeinen Diskusion. Es soll ja eine Genossenschaft werden und da wir alle Freiberufler sind, haben wir alle so ziemlich die gleichen Gründe für eine Zusammenarbeit. Die Genossenschaft ist eine demokratische Gesellschaft um etwas zu erreichen. Daher denke ich auch die Gründung müsste demokratisch ablaufen. Würde bedeuten, die zukünftige Genossenschaft erstellt einen eigenen Blog in dem nur die darauf Zugriff haben, die die Genossenschaft mit gründen wollen. Dort kann dann gemeinsam eine Satzung erarbeitet werden. (Dabei lernt man sich auch kennen) Im Endefekt wird dann über jede eingebrachten Absatz abgestimmt. Dauert zwar ein bisschen länger, aber jede Partei hat es auf diese Art
    und Weise geschafft. Sollte also auch für uns möglich sein – wir haben ja das gleiche Interesse.
    Dann wäre ich auch dabei 🙂

    • 4freelance

      Klar, über wichtige Punkte in der Satzung kann man diskutieren. Ich denke, dass sich dafür auch die XING Gruppe anbietet. Ob über jeden Absatz abgestimmt werden muss bin ich mir nicht sicher.

  • VVYVYYV

    Hello together,

    die Idee mit der Genossenschaft habe ich im GULP-Forum verbreitet. Ich finde es gut! Gemeinsam ist man stärker.
    Die Reaktionen darauf sind bisher so 50/50 bei 4 Reaktionen. Fragen, die bisher aufkamen sind, ob der freiberufliche Status erhalten bleibt und wer diesen Punkt klärt und ob die Möglichkeit einer Sammelhaftpflichtversicherung bestünde.
    Zudem gibt es schon ein paar Genossenschaften, die ähnlich gelagert sind. Hier mal drei:
    http://www.genossenschaften.de/7-it-informations-management-services-eg-m-nchen
    http://www.genossenschaften.de/sqtm-eg-frankfurt-am-main
    http://www.genossenschaften.de/trusted-people-eg-zorneding
    Außerdem sind in der Vergangenheit in meiner Ex-Heimat in verschiedenen Dörfern
    im norddeutschen Flachland auf diese Art Lebensmittelläden entstanden und der erste, der vor ein paar Jahren gegründet wurde, existiert weiterhin. Gibt es einen Zeitplan für das Vorhaben? Ich finde die Idee genial und würde das auch unterstützen. Außerdem hätte ich da evtl. noch einen interessanten Punkt zum gestalten des ganzen, also was die Kompetenzen der eG betrifft und natürlich ein paar Fragen. Aber erstmal was auf die Beine stellen.

    • 4freelance

      Vielen Dank für das Verbreiten der Idee und das Teilen der Beispiele.

      Aus meiner Sicht ändert sich der freiberufliche Status nicht. Die Genossenschaft ist eine Kapitalgesellschaft, die einen Freiberufler beauftragt. Bei einer Recruiting Agentur ist das auch nicht anders.

      Mit Versicherungen kenne ich mich nicht aus. Ich kann mir vorstellen, dass die Genossenschaft gute Konditionen mit Versicherungen aushandeln kann. Allerdings ist das keine Priorität. Am Anfang sind erfolgreiche Besetzungen das wichtigste.

      • Jf

        Eine geschäftliche Haftpflichtversicherung, sowie eine Rechtsschutzversicherung,sind für jedes am Markt agierende Unternehmen ein Muss. Diese sind ein nicht unbeträchtlicher Kostenblock.
        Wenn in dem Fall eine Genossenschaft im Projektvertrag mit dem Endkunden steht (man braucht ja Rechtssicherheit), und es aus irgendeinem Grund zu einem Schaden kommen sollte, wird auch zuerst die Genossenschaft in Regress genommen werden. Es gab Endkunden
        als Auftraggeber die gleich sehr schnell einen Rechtstreit initiiert hatten. Dass mit denen nachfolgend keine Zusammenarbeit mehr möglich gewesen war ist die eine Seite. Aber ein Rechtsstreit ist dann erst einmal anhängig und die Anwälte und Gerichte sind am gut verdienen. Es geht dann ja auch gleich um sehr hohe Summen. Von daher haben solche Versicherungen gleich ab Start eine vordergründige Priorität.

  • Alexander Meneikis

    Ich fand die Idee von Anfang an attraktiv, war allerdings zunächst etwas vorsichtig, weil ich diese Idee von ein paar Jahren selber hatte, und damals fand ich keine Mitstreiter. Das große Echo hier im Blog zeigt mir aber, dass das Konzept sich wahrscheinlich durchsetzen wird.

    Für mich steht vor allem der Gedanke der Gemeinschaft im Vordergrund und die gegenseitige Unterstützung der Freiberufler. Ich glaube, das Problem der Konkurrenz wird sich im Bereich IT erstmal in Grenzen halten, da der Markt doch sehr groß ist und es Gelegenheiten für viele gibt. Im kaufmännischen Bereich, wo ich herkomme, wird das früher ein Thema sein.

    Sobald sich zeigt, dass das Projekt starten kann, bin ich dabei.

  • jorge alonso

    Guten Tag,

    hoffentlich gibt es gute Resonanz von uns Freiberufler, denn die Idee ist gar nicht schlecht. Es ist nur die Regeln und die Umsetzung, worauf ich warte um eine Entscheidung zu treffen.

    Fragen:
    1) Wie ist der Status nun ??
    2) Hilft das Kaufen von Genossenschaftanteile gegen das Thema Scheinselbstständigkeit ??

    • 4freelance

      Bis jetzt haben sich über 200 Interessenten über das Formular angemeldet. Das ist ein positives Signal. Ich werde nächste Woche ein neues Update veröffentlichen.

      Inwieweit eine Genossenschaft auch gegen Scheinselbstständigkeit hilft kann ich leider nicht beurteilen.

      • Na, das klingt ja recht vielversprechend. Möglicherweise gibt es sogar irgendwelche Fördermittel. Es heißt nämlich im Koalitionsvertrag unserer „tollen“ Bundesregierung: „…Wir werden die Gründung von Genossenschaften wie andere Existenzgründungen fördern. Dazu werden wir geeignete Förderinstrumente entwickeln und bestehende anpassen. Wir werden Genossenschaften die Möglichkeit der Finanzierung von Investitionen durch Mitgliederdarlehen wieder eröffnen…“

  • Wolf Blass

    Genossenschaften sind eine altbekannte Institution seit
    Raiffeisen 1865. Allein in Baden-Württemberg gibt es über 30.000
    Genossenschaften, z.B. die bekannten Winzer-Genossenschaften. Also ideal für alleinkämpfende Selbständige
    und Freiberufler. Die Gründungskosten einer Genossenschaft belaufen sich auf
    ca. 1500€ und erfolgt am einfachsten mit Unterstützung durch http://www.genossenschaften.de vom DGRV
    – Deutscher Genossenschafts- und Raiffeisenverband e.V. Dort auch viele Detailinformationen zu
    Genossenschaften und Satzungen.

    @JF: Wir müssen uns grundsätzlich überlegen, was wir wollen

    1.
    Einen/mehrere Personalvermittler bzw. Buchhalter
    in der Genossenschaft (auf Provisionsbasis) beschäftigen?

    Mir sind Abrechner bekannt, die bei reinem
    Durchschieben samt Geldweiterleitung nur 5€/Std. Aufwandsentschädigung
    berechnen.

    Wo ist dann der Vorteil gegenüber dem
    Body-Leasing wie bisher?

    2.
    Selbst als Personalvermittler auftreten?

    Bleibt neben der eigenen Projektarbeit dafür
    genügend Zeit?

    3.
    Personalvermittler als Genossen aufnehmen, der
    dann in eigener Sache tätig wird

    Da kenne ich schon einen Interessierten.

    @Jan Dollenmayer: Expertenteam. Dafür bietet das
    Genossenschaftsgesetz von 2006 den
    Rechtsrahmen, siehe http://www.genossenschaften.de/tipps-f-r-die-gr-ndung

    @Christian Sy: Vorteile der Genossenschaft:


    Keine Scheinselbständigkeit


    Schnelle Durchleitung der Endkundenzahlungen
    (Rechnungszahlung)


    Kernherausforderung bleibt freilich die
    Endkundenakquisition


    Ramp up Kosten und laufender Betrieb halten sich
    im 5€/Std. Rahmen.

    @Lutz Gagzow: Wegen der vielen Vorteile sollte eine
    Genossenschft am ehesten in Baden-Württemberg gegründet werden, siehe http://www.genossenschaften.de/tipps-f-r-die-gr-ndung

    Dort auch mehr zu Satzung und Gremien.

    @Lutz Thiel: Sinnvollerweise werden die vorliegenden Profile
    für einen Auftrag hinsichtlich der Anforderungs
    kriterien gescored. Die Profile der drei oder fünf Scoringbesten (je nach
    Endkundenwunsch) werden dem Endkunden vorgelegt samt der
    Stundensatzforderung. So sollte doch
    eine faire Preis-Leistungsauswahl erfolgen, oder? Nicht der billigste, sondern der Freiberufler mit dem besten
    Preis-Leistungs-Verhältnis für dieses Projekt erhält den Zuschlag.

    Das ist der Idealfall, wobei wir alle die Realitäten kennen.

    €Olaf Barheine: Für diese Sicherheiten wurde die Rechtsform
    eGmbH vorgesehen: eingetragene Genossenschaft mit beschränkter Haftpflicht

    Vorschlag: Die
    Interessierten sollten miteinander per Google+ reden. Dann haben wir ein
    einfaches, unkomplizierten und kostengünstiges Meeting.

  • Jonas Cords

    Ich begrüße diese Initiative der Genossenschaft – habe aber 2 Fragen: Mir erschliesst es sich nicht, wie automatisch die Qualität steigen soll: Qualität in der Vermittlung ist in erster Linie der Grad der Passung KandidatProjekt. Hier helfen gute tools & gute Key-Accounter. Wenn die Genossenschaft nicht über die selben guten tools und bessere Key-Accounter verfügen kann, wird die Qualität nicht besser sein als im Markt. Frage 2: Die Güte eines Auftrags nur am Stundensatz zu messen greift zu kurz – Inhalt der Aufgabe, Verhältnis des Stundensatzes zur Arbeitsbelastung, Verhältnis des Stundensatzes zum Einsatzort / Wohnort des Kandidaten etc sind wichtigere Kenngrössen. Wenn ein sehr hoher Stundensatz für ein undankbares Projekt in einem problematischen Umfeld (cholerischer Chef / feindselige Arbeitsumgebung) gezahlt wird, muss das nicht automatisch was Gutes sein. Also, diese beiden Kernfragen gilt es IMHO noch besser herauszuarbeiten, dann werden eventuell noch deutlich mehr (die sich wirklich inhaltlich mit den Thesen auseinandersetzen) an Bord kommen.

    • t.meyer

      Es wäre natürlich schön, wenn die neue Genossenschaft das alles leisten würde. Allerdings befürchte ich, dass dann die anvisierte Provision nicht zu halten ist. – Bei der Gelegenheit: Was verdienen eigentlich Key-Accounter und Recruiter? Hat jemand Insiderkenntnisse? Ein besserer Key-Accounter, wie Herr Cords vorschlägt, müsste dann bei der Genossenschaft etwas mehr als branchenüblich verdienen. Gehälter für Key-Accounter und Recruiter müsste die Genossenschaft von Anfang an aufbringen.

  • Dirk Poper

    Eine Genossenschaft im ursprünglichen Sinne und Geiste des Erfinders besteht darin, durch den Zusammenschluss vieler gleicher Interessen zu einem Großen wirtschaftliche Vorteile für jedes Mitglied zu erwirken. Einer für alle, alle für einen.
    Fazit der Freiberufler wird Mitglied in der Genossenschaft und hat damit auch das Recht auf umfassende Einsichtnahme. Vorstand und Aufsichtsrat werden durch die Mitglieder gewählt.

    Dieses Prinzip hat primär in der Landwirtschaft Früchte getragen. Der einzelne Landwirt hatte oft nicht die Zeit für entsprechende Verhandlungen und der Suche nach dem besten Abnehmer.

    Heute funktioniert das Prinzip nur noch in Bereichen der Gemeinnützigkeit.

    Fakt ist, dass eine Genossenschaft größere Mengen liefern kann und dies führt unweigerlich zu Magenrabatten.
    Ferner wird ein „Wasserkopf“ erforderlich bedingt durch die gesetzlichen Bestimmungen. Schnell sind die Kosten der Verwaltung und Organisation vergessen. Aber diese Kosten müssen durch alle Mitglieder getragen werden.

    Was bleibt? Höhere Margen? Das bezweifle ich sehr stark. Sie werden eher geringer Ausfallen. Vorteil: Sofern die Satzung der eG festlegt, dass nur und ausschließlich Bestandsmitglieder vermittelt werden, hatte der Account Manager ein Interesse daran mich als Mitglied zu vermitteln – und nicht wie bei den Bodyleasern ausschließlich Profit getrieben.

    Warum sollte ich mich einer Genossenschaft anschließen, wenn nur marginale Vorteile auf dem Tisch liegen? Hier muss die Genossenschaft den Mitgliedern deutliche Marktvorteile und noch mehr bieten:
    Ein paar Beispiel.
    + Inkasso bis hin zur gerichtlichen Klärung

    + Rechtsberatung durch Genossenschaftsanwälte die einerseits sich auf IT spezialisiert haben und andererseits nicht nach der Anwaltsgebührenordnung abgerechnet werden.

    + Versicherungsschutz
    + Mitgliedschaft als Güte Siegel.
    + Attraktive Weiterbildungsangebote – „attraktiv“ sind nur solche Angebote einer Weiterbildung oder Zertifizierungsmaßnahme die keine Projektauszeit bedeuten (online, abends, weekends oder crash course)
    + Aushandeln von Sonder-Konditionieren z.b. bei Mobilverträgen, KfZ-Leasing usw.

    Am Ende des Tages muss mir meine Mitgliedschaft ein entsprechendes Mehr erbringen.

  • > Die Vermittlungsprovision für Genossen beträgt 10%
    > Die Vermittlungsprovision für Nichtmitglieder beträgt 15%

    Die Zahlen sollten überdacht werden.
    Etengo nimmt 10% Provision. Die Genossenschaft sollte gegenüber Nichtmitglieder konkurrenzfähig sein, gegenüber Mitglieder letztlich besser.

  • Langfristig sollte der Aspekt nicht reine Vermittlung sein sondern Markenbildung.

    Die (verantwortungslosen) Vermittler erhalten auch heute nur einen kleineren Teil.

    Wenn die Projekt und Erfolgsverantwortung übernommen wird, sind Stundensätze um 150€ durchaus realistisch. Wenn sich wirklich gute Leute zusammen finden, dann sind die damit verbundenen höheren Risiken begrenzt.