Spezialdatenbanken für technische Beiträge – Selbstvermarktung für Freelancer (6/10)

Freelancer Technische BeiträgeWie kannst Du als Developer deutlich machen, dass Du sehr gut bist? Wie kannst Du eindeutig aufzeigen, dass Du nicht nur elegante und effiziente Lösungen schaffst, sondern diese auch sauber dokumentierst?

Richtig, durch Deinen Software Code.

Plattformen wie github.com und stackoverflow.com bieten Dir die Möglichkeit, Deine Beiträge offen zu legen. So kann ein qualifizierter Dritter einen Großteil Deiner Qualifikation als Developer beurteilen.

Leider haben diese technischen Spezialdatenbanken bei Deiner Selbstvermarktung einen entscheidenden Fehler:

Diese Spezialdatenbanken sind so technisch, dass sie nur sehr wenige verstehen, die an der Entscheidung, Dich zu engagieren, beteiligt sind.

 

Erste Auswahl durch nicht-technische Beurteiler 

Denn sehen wir doch der Wahrheit ins Auge. In der Vermittlung von Software Entwicklern arbeiten (praktisch) keine Software Entwickler. Die haben schließlich etwas Produktives gelernt und haben auch keine Lust, hier zu arbeiten.

Auch bei dem Systemhaus oder dem Endkunden wirst Du oft Menschen begegnen, die Deine technischen Qualifikationen nicht beurteilen können. Einige davon entscheiden aber darüber, ob Du eine Runde weiterkommst.

 

Unterstützung der nicht technischen Auswähler

Gerade weil die ersten an der Selektion Beteiligten keine Entwickler sind, ist es wichtig, dass Du diese bei der Auswahl unterstützt.

Du kannst natürlich entscheiden, dass das „Keyword Staffing“ nichts für Dich ist. DU (und jeder Sachkundige) weißt ja, dass wenn Du als Frontendler JavaScript beherrschst da auch automatisch jQuery „drin ist“.

Aber die Realität ist, dass das über 90% der an der Selektion Beteiligten nicht wissen. Wenn einer von diesen nach 5 Stichworten sucht von denen eines jQuery ist, dann wirst Du nicht aufgelistet. Und dann kannst Du auch nicht in die Vorauswahl kommen.

Gehe das Selektionsproblem einfach logisch an. Die Minimallösung nennt sich „Qualifikationsübersicht“ o.ä. Sie listet alle Deine Fähigkeiten auf und gibt einen Überblick über Deine Skills und die Wissensstufe des jeweiligen Skills. Noch besser wäre es natürlich, wenn Du die im Projekt angewendeten Skills bei jedem Projekt erwähnst. So wäre die Zeit, in der Du den Skill eingesetzt hast sogar maschinell analysierbar. Mehr zu diesem Thema findest Du hier.

 

Warum auch Entscheider sich fast nie Deinen Software Code ansehen

Sagen wir aber mal, dass Du die ersten Runden überstanden hast und endlich mit dem Projektleiter oder dem Abteilungsleiter telefonierst. Er entscheidet, ob er Dich engagiert.

Hat er in Deinem Profil auf den Link zu Github geklickt und sich deinen Softwarecode angesehen? Eher auch nicht.

Leider haben diese technisch Sachverständigen (fast immer) wenig Zeit. Sie werden deswegen versuchen, Deine Passgenauigkeit mit ihrem Projekt in möglichst kurzer Zeit zu beurteilen. Eine Stunde Github-Surfen passt da nicht unbedingt rein. Sie verwenden die Zeit vielleicht lieber darauf, sich die „lessons learned“ Deiner letzten drei Projekte erzählen zu lassen. Und dabei lassen Sie Dich von Deinen potentiellen zukünftigen Peers „grillen“ und lassen gleichzeitig beurteilen, ob Du auch zusammenarbeitstechnisch ins Team passt.

 

Zusammenfassend ist zu sagen, dass bei der Vermittlung von Freelancern das Github Profil oder Stack Overflow Profil keine allzu große Bedeutung hat. Ich könnte mir aber vorstellen, dass das bei der Vermittlung von Festangestellten in späteren Runden anders aussieht.

Welche wichtigen Punkte habe ich übersehen?

Was habe ich falsch dargestellt?

Wer sieht sich als Beurteiler doch die Github Profile oder Stack Overflow Profile an?

Schreib in die Kommentare!

 

Viele Grüße, Peter

P.S.: Wenn Du Dich über unsere Freelance Genossenschaft informieren möchtest, kann Du dies gerne hier tun. Bei uns beitreten kannst Du hier.
P.P.S.: t3n-Artikel zu dem Thema „Marktplatz für Pull-Requests: So sollen Freelancer auf GitHub Geld verdienen

 

Dieser Artikel ist der sechste von zehn aus der Reihe „Selbstvermarktung für Freelancer“. Hier sind die Links zu allen bisher publizierten Artikeln:

1/10 Werkzeugübersicht

2/10 Freelancer Profil

3/10 Xing- und LinkedIn-Profil

4/10 Profil in Freelancer Datenbanken

5/10 Zusammenarbeit mit welchen Vermittlern

6/10 Spezialdatenbanken für technische Beiträge

7/10 Freelancer Website

8/10 Empfehlungsmarketing

9/10 Content Marketing

10/10 Kaltakquise

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Peter Monien

Als hauptamtlicher Vorstand und Content Marketing Verantwortlicher von 4freelance schreibt Peter Monien öfter auf diesem Blog. Peter ist Co-Founder des social travel Startups destimate. Er hat bereits mehr als 15 Jahre Erfahrung im B2B-Sales und war unter anderen bei Dow Jones und Red Hat tätig. Sie finden Peter Monien auf LinkedIn, XING, Twitter und Google+.
  • http://www.barheine.de/ Olaf Barheine

    Das habe ich ehrlich gesagt auch noch nie erlebt, dass sich jemand Quellcode anschaut. Im Prinzip aber eine gute Idee. Ich ärgere mich immer nur über Fremdcode, den man erst mal einem ausgiebigen „Reverse Engineering“ unterziehen muss, weil ja „selbsterklärend“ und daher keine Dokumentation und Kommentare. 😉

    • Wolfgang W.

      Selbsterklärend ist kein Quellcode. Quellcode liest man schließlich nicht, sondern entziffert ihn nur 🙂
      Meine Erfahrungen sagen auch, dass sich niemand außer einem potentiellen _Arbeit_geber für „meine“ Sourcen interessiert. Und selbst wenn… Wie darf es denn dann sein? Ist irgendein alter Legacycode zu verstehen oder ist vieles mit den neuesten Erweiterungen oder Entwicklungen gebaut? Erschrecke ich einen potentiellen Auftraggeber, indem ich mit den Beispielen _seine_ Erwartungen _nicht_ erfülle, weil auf der Sourcecode-Plattform mein Beispiel eben extrem modern, sehr klassisch oder irgendetwas dazwischen ist, das der Auftraggeber eben nicht versteht?