Endkunden Projekte finden

Endkunde
Laut einer Umfrage von Gulp werden 73 Prozent der IT-Projekte über Recruitingagenturen vermittelt. Eigentlich sind Freelancer auf Projektvermittler angewiesen. Dennoch höre ich in Gesprächen immer wieder den Wunsch Projekte direkt akquirieren zu können. Das Problem dabei ist, dass die Projektangebote von Endkunden nicht gefunden werden. Selbst auf Jobboards, die sich auf Projekte für Freelancer spezialisiert haben, gehen Angebote von Endkunden unter. Aktuell gibt es auf 4freelance 2765 Projektangebote, davon stammen zwei von Endkunden. Das sind weniger als 0,1 Prozent der Projektangebote.
Damit diese Projekte nicht mehr untergehen, werden diese Projekt mit einem Icon „Endkunde“gekennzeichnet. Icon Endkunde
Außerdem erscheinen die Endkundenprojekte auf 4freelance immer ganz oben in den Suchergebnissen, direkt nach maximal drei Sponsored Jobs. Etwas Geld muss ich auch verdienen 😉

Theoretisch sollen Endkunden Projekte veröffentlichen

Projektangebote von Endkunden können kostenlos und ohne Registrierung veröffentlicht werden. Das Gilt natürlich auch für Projektvermittler. Durch die bevorzuget Darstellung, haben Endkunden einen zusätzlichen Anreiz Projekte auszuschreiben. Theoretisch sollten die Endkunden jetzt Projekte veröffentlichen. Die Veröffentlichung ist einfach und kostenlos und die direkte Platzierung eines Freelancer bietet zusätzliches Einsparpotential von Agenturgebühren. In der Praxis sieht es anders aus. Meine größte Herausforderung besteht darin, Zugang zu Projekten von Endkunden zu bekommen.

What gets measured gets done

Mein Ziel ist 100 Projekte von Endkunden bis Ende des Jahre auf 4freelance zu veröffentlichen. Wie will ich das Erreichen? Zunächst einmal fange ich an zu messen. Aktuell fehlen also noch 98 Projektangebote. Haben Sie Vorschläge oder Ideen für weitere Projektangebote? Teilen Sie mir Ihre Vorschläge  in den Kommentaren mit. Wenn Sie einen Endkunden kennen, der aktuell einen Freelancer sucht, können Sie diesen Link empfehlen: http://www.4freelance.de/jobs/post/
Wir alle profitieren von den Projektangeboten der Endkunden.

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Timo Bock

Als Vorstand der 4freelance recruitment eG schreibt Timo Bock in unregelmäßigen Abständen auf diesem Blog. Daneben ist er Co-Founder des Startups AMZstars. Zuvor war er vier Jahre in unterschiedlichen Positionen für einen Projektvermittler tätig. Sie finden Timo Bock auf LinkedIn und Twitter
  • Das Problem dürfte sein, dass nach meiner Erfahrung die meisten direkten Aufträge gar nicht ausgeschrieben werden, sondern unter der Hand (halt direkt) vergeben werden. Entweder der Kunde findet mich oder ich finde den Kunden. Daher dürften die von Gulp ermittelten 73 Prozent auch für die Hasen sein, da solche Aufträge gar nicht erfasst werden. Wenn ich ein Haus bauen will, veröffentliche ich das ja auch nicht erst, sondern rufe den nächsten (freien) Architekten an, den ich vielleicht schon kenne. Trotzdem begrüße ich Ihren Versuch, mehr Auftraggeber und Freelancer direkt zusammenzubringen.

    • 4freelance

      Klar, Aufträge werden bevorzugt an bekannte und bewährte Freelancer vergeben. Aber was ist wenn der Kunden keinen verfügbaren Freelancer kennt? Zumindest ein Teil der Projekte könnten ausgeschrieben werden.

  • Volkmar Jaekel

    Unternehmen, insbesondere diejenigen die viele Freelancer beschäftigen, möchten mit Agenturen zusammenarbeiten, weil -um nur die wichtigsten zu nennen- a) die individuelle Auseinandersetzung mit einzelnen Freelancern (z.B. bei Sichtung der Profile, beim Vertrag) viel zu aufwändig wäre, b) Risiken bei Agenturen liegen (z.B. Ausfall oder Projektentfall), c) das „Einkaufspersonal“ gar nicht in erforderlichem Umfang und mit erforderlichem Skill im Unternehmen vorhanden ist bzw. vorhanden sein soll. Für alles sind die Unternehmen gern bereit ein „Mehr “ von 30 +- 15% Aufschlag zu zahlen. Freelancer werden wie jede andere Ware (z.B. Papier) durch den oft zentralen Einkauf von „Preferred Suppliern“, d.h. den Agenturen, beschafft. Warum sollte also ein Unternehmen direkt mit Freelancern zusammenarbeiten? Es gibt insbesondere bei Erstverträgen keinen unternehmerischen Grund. Dem Thema Endkunden-Akquise wird also gleich ein logischer Riegel vorgeschoben.

    • 4freelance

      Vielleicht ist das bei Konzernen der Fall (aber auch diese müssen gelegentlich Kosten sparen). Was ist mit Inhabergeführten Unternehmen? Diese legen keinen großen Wert auf die Konsolidierung der Lieferanten und sind deshalb auch nicht bereit sind dafür zu bezahlen. Im Bereich der Festanstellung laufen auch nicht alle Mitarbeiter über wenige Zeitarbeitsfirmen. Hier haben die Kunden kein Problem damit individuelle Arbeitsverträge auszuhandeln und sind auch bereit das Ausfallrisiko zu tragen.

      • VVYVYYV

        Vor einiger Zeit habe ich intensiv bei kleineren und mittleren Unternehmen Akquise betrieben, weil ich wusste, dass ich bei Konzernen keinen Fuß in die Tür bekomme. In ca. der Hälfte bis dreiviertel der Fälle bekam ich als Antwort, dass die Firma mit Freiberuflern nicht zusammenarbeitet. Grund war, dass diese Firmen teilweise sehr konservativ eingestellt sind oder befürchten, dass Ideen geklaut werden, was ja auch nicht von der Hand zu weisen ist, gerade wenn man im Entwicklungsbereich tätig ist. Es hängt also viel vom Bereich ab, wo man sich einbringen will. Nur wenige Firmen zeigten Interesse an meinem Profil. Wenn diese Firmen an FB Interesse haben, dann habe ich öfters gehört, dass sie ihre „Haus- und Hof-Lieferanten“ haben und das schon seit Jahren. Soll heißen, da blüht größtenteils die Scheinselbständigkeit. Erst wenn da mal einer abspringt, und wann passiert das mal, wird man die gesammelten Profile sichten und sich melden. Das habe ich öfter gehört. Warum sollten diese Firmen dann irgendwo Projekte veröffentlichen?

        • 4freelance

          Meine Hoffnung ist, dass diese genau dann inserieren, wenn der „Haus- und Hof-Lieferanten“ nicht verfügbar ist. Die gesammelten Profile sind zu diesem Zeitpunkt wahrscheinlich nicht mehr aktuell.

  • Die Freelancer dürfen halt auch nicht nur passiv warten, sondern durch gezieltes Netzwerken mit Personen, die Kontakte zur Zielgruppe haben. Dann kommt es genau zu den Vergaben „unter der Hand“. Letztlich ist das genau so, wie auf dem gewöhnlichen Arbeitsmarkt

    • 4freelance

      Ich denke der Vergleich zum gewöhnlichen Arbeitsmarkt ist sehr treffend. Ich bin mir nicht sicher wie viele Jobs „unter der Hand“ vergeben werden, aber es sind nicht alle Jobs und nicht jede Vakanz wird über einen Headhunter oder eine Recruitingangentur besetzt. Zumindest ein Teil der Stellen werden direkt von den Unternehmen ausgeschrieben.

  • R. Karges

    Herr Bock, ein direkter Vertrag mit dem Endkunden ist leider recht selten, da die meisten Positionen in Konzernen vakant sind. Und Konzerne arbeiten nunmal allesamt ausschließlich mit Agenturen oder anderen Dienstleistern zusammen.
    In Ihrem oben gezeigten Screenshot sind zwei Projektangebote gezeigt, die einerseits identisch und andererseits nicht von einem Endkunden, sondern einem Dienstleister für Endkunden stammen.

    • 4freelance

      Ich habe die zwei Jobs entfernet. Klar, die Konzerne werden das Angebot nicht unbedingt annehmen. Etwa 95 Prozent der in Deutschland ansässigen Unternehmen werden als Familienunternehmen geführt. Diese stellen 57 Prozent der Arbeitsplätze (http://de.wikipedia.org/wiki/Mittelstand). Diese sollten doch auch gelegentlich einen Freelancer suchen.

  • P. Weitze

    Herr Bock, was soll mich dazu treiben, eine zeitaufwändige Akquise zu betreiben, einen rechtsicheren Vertrag zu entwerfen und letztendlich meinem Geld hinterher zu laufen??
    Ich denke, dass die Provider ihre Berechtigung haben und ich habe als Freelancer kein Interesse an einer Endkundenvermittlung aus den oben beschrieben Gründen.
    es gibt auch einfach zu wenig und meine Zeit ist dafür zu kostbar. Allerdings bin ich nicht im IT-Bereich tätig.

    • 4freelance

      Ich möchte Vermittlern nicht die Berechtigung absprechen. Ich höre nur immer wieder, dass es Freelancer gibt, die einen direkten Vertrag bevorzugen.

  • R. Strauss

    Auch ich habe die Erfahrung gemacht, dass die meisten (grossen) Unternehmen über Agenturen gehen, die dort bereits seit Jahren fest im Sattel sitzen, weil die Personaler wissen, was sie erwartet und der Aufwand in der Abwicklung eher gering ist. Und ja, die „Leistungen“, die einige Agenturen auf Seiten der Freelancer erbringen, halten meist gerade einmal bis zur Vertragsunterschrift, wenn überhaupt. Oft habe ich auch erleben müssen, dass wenig bis keine Kompetenz vorhanden ist, sogar bis hin zur Verbreitung von Falschinformationen, welche sich u. U. projektschädigend ausgewirkt haben/hätten.
    Vermittlungen können aus meiner Sicht als erster Hop genutzt werden, um anschliessend aktiv durch Netzwerken und direkte Kommunikation mit Entscheidungsträgern Kontakte aufzubauen und davon zu überzeugen, dass es ohne Personalagenturen, nach einem ersten zu überwindenen Aufwand, für alle Seiten einfacher läuft. An der Basis, also bei den Projekt- und Abteilungsleitern finde ich häufig ein offenes Ohr und Zustimmung, bei den Personalern sieht es dagegen zumeist anders aus, weil die Strukturen und Arbeitsweisen eingefahren sind und Änderungen im Prozedere nur ungerne gemacht werden.