Separierter Auftrag

Freiberufliche IT Experten müssen lernen, wie Handwerker als Selbstständige zu agieren

Eine Case Study aus dem Bereich Mainframe Anwendungssoftware

Die Deutsche Rentenversicherung (DRV) beurteilt die Zusammenarbeit zwischen einem freiberuflichen Experten und seinem Auftraggeber oft als „scheinselbstständig“. Dies hat viele negative Folgen für alle Beteiligten.

Ein Großteil der Gründe für diese Beurteilungen ist im Prozess der Einbindung des externen Experten in die Organisation des Auftraggebers zu finden. Diese bestimmt der Auftraggeber. Viele hochqualifizierte Freelancer sind es aber auch gar nicht mehr gewohnt, selbstständig zu agieren, wie jeder normale Handwerker, z.B. ein Küchenbauer.

 

§611a BGB

Scheinselbstständigkeitsbeurteilung für Java Developer nach Frau Nahles

§611a BGBWas würde geschehen, wenn der aktuelle Gesetzesentwurfs des BMAS einfach „durchgewinkt“ werden würde?

Wie wäre die Auswirkungen z.B. für Java Developer? Also die wohl größte Gruppe unter den Software Entwicklern, die inbesondere von größeren Unternehmen sehr oft eingesetzt wird.

VGSD-Studie zum Thema Scheinselbstständigkeit mit vernichtendem Urteil für Gesetzesentwurf

VGSDDie Ergebnisse der Studie des VGSD sind da. Insgesamt haben über 3.500 Teilnehmer geantwortet. Dabei sind viele interessante Ergebnisse rausgekommen:
  • Nur 2% der Befragten schätzt sich selbst als scheinselbstständig ein *und* wäre lieber angestellt.
  • 54% der Selbständigen gaben an, dass die bestehende Rechtsunsicherheit bereits negative Auswirkungen auf ihre Auftragssituation hatte.
  • 21% berichten darüber, dass Ihnen aufgrund der Rechtsunsicherheit Aufträge verweigert wurden. Bei den Selbstständigen mit Angestellten waren es sogar 24%.
  • Die Statusfeststellungsverfahren führen zu willkürlichen Ergebnissen. Auf einen Scheinselbstständigen, der als solcher beschieden wird, kommen 4,3 echte Selbstständige, die zu Unrecht als Scheinselbstständig eingeordnet wurden.
  • Die nun geplanten Kriterien sind nicht besser: Die Kriterien widersprechen in unterschiedlichem Maße der heutigen Arbeitswelt. Das Ranking (arbeits-)weltfremder Kriterien führen “fehlende betriebliche Organisation” und “Zusammenarbeit mit festen/freien Mitarbeitern des Auftraggebers an”. 63% bzw. 50% aller Befragten erklärten, sie könnten ihre Arbeit nicht machen, ohne zugleich diese Kriterien für Scheinselbstständigkeit zu erfüllen.
  • 96% der echten Selbstständigen erfüllen mindestens ein Kriterium für Scheinselbständigkeit, im Schnitt erfüllen sie 3,7 der 10 Kriterien.
  • Würde man von einer Scheinselbstständigkeit ausgehen, wenn mindestens fünf der zehn Kriterien erfüllt sind, wären unter den derart als scheinselbstständig Bloßgestellten 72% echte, “zu Unrecht verurteilte” Selbstständige und nur 28% Scheinselbstständige.
  • 89,4% der Selbstständigen bewerten die Politik von Andrea Nahles und des DGB als schlecht oder sehr schlecht. Nur 1,2 bzw. 1,4% finden sie gut oder sehr gut.
Neugierig geworden? Hier geht’s zu den Studienergebnissen: http://www.vgsd.de/?p=10470

Scheinselbständigkeit: Aktion „Abgeordnete anschreiben“

§611a BGBEs wird Ernst.

Der Referentenentwurf des BMAS soll in wenigen Tagen, am 16.02.2016 dem Kabinett vorgestellt werden.

Ob und welche Änderungen im Vergleich zur Version aus November 2015 vorgenommen wurden ist nicht bekannt. Es wird gemunkelt, dass lediglich marginale Änderungen zu verzeichnen seien.

Bisherige Versuche, Politikern und Gewerkschaftern zu erklären, dass von der Initiative des BMAS auch viele Selbständige aus dem Bereich der Wissensarbeit betroffen sind, wurden zur Kenntnis genommen, aber letztendlich heruntergespielt. Ständig wurde auf die Einzelfallprüfung verwiesen.

Der aktuelle Gesetzesentwurf schießt über sein eigentliches Ziel hinaus. Als Folge droht, dass viele gutverdienende, nicht schutzbedürftige Selbständige ihre Selbständigkeit aufgeben müssen. Ein Teil wird zwangsweise befristete Arbeitsverträge annehmen müssen. Älteren Selbständigen droht vielleicht sogar die Arbeitslosigkeit.

Wie dem auch sei, wir möchten uns jetzt nicht mit Spekulationen beschäftigen, sondern Dich aufrufen, Dich an unserer

„Kampagne Abgeordnetenwatch“

zu beteiligen.

Gefährdung des „Modells Freelancer“ durch den Referentenentwurf zu §611a BGB

§611a BGBEs gab eine Einigung zwischen dem DGB und dem BDA. Am 16.02.2016 soll der Gesetzesentwurf vom BMAS dem Kabinett vorgestellt werden.

Das bedeutet nicht zwangsläufig, dass das Gesetz damit schon durch ist, aber dass wir uns mehr als beeilen müssen.

Warum gefährdet die Gesetzesänderung unseren gesamten Berufsstand?

.DBITS: Gemeinsames Positionspapier der FEFA Allianz

DBITS LogoORIGINAL ARTIKEL, erhalten über DBITS, so 1:1 veröffentlicht

 

Der DBITS e.V. engagiert sich gemeinsam mit weiteren Verbänden in der Allianz FEFA gegen den Referentenentwurf zu Werkverträgen. Ein gemeinsames Positionspapier wurde veröffentlicht.

Bereits seit mehr als einem Jahr engagiert sich der DBITS e.V. aktiv gegen den geplanten Gesetzesentwurf zum Thema Werkverträge. Dabei genießt die enge Zusammenarbeit mit anderen Verbänden, Unternehmen und Personaldienstleistern einen großen Stellenwert.

Im Zusammenschluss mit anderen etablierten Berufs- und Unternehmerverbänden wurde die Verbändeallianz FEFA, Forum für den Einsatz flexibler Arbeit in Deutschland, gegründet, dem der DBITS e.V. von Beginn angehört.

Werkvertrag und Dienstvertrag – ein entscheidender Unterschied?

Gerade ist es wieder aktuell: die Unterscheidung zwischen Werk- und Dienstvertrag. Auf dem Gewerkschaftstag der IG Metall am 23. Oktober hat Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) angekündigt, noch in den kommenden Wochen einen Gesetzentwurf zu Änderungen bei Fremdpersonaleinsätzen auf Basis von Werkverträgen einzubringen. Dies soll ein weiterer Schritt sein, um Scheinselbstständigkeit und Missbrauch von Werkverträgen zu verhindern. Doch worum geht es bei einem Werkvertrag genau und was ist der Unterschied zu einem Dienstvertrag? Und warum ist dies auch für Selbstständige und Freelancer wichtig?

Scheinselbständigkeit – oder „wie die RV die Selbständigen wegdefiniert“

business people and big sword

Dieser Artikel ist bereits in etwas kürzerer Form und unter anderem Titel am 11. Mai 2015 auf dem Blog von freelance.de als Gastbeitrag erschienen.

Viele Selbstständige bezeichnen sie als „Damoklesschwert der Selbstständigen“ oder den „unverschämt ungeschickt getarnten Versuch, die klamme Rentenkasse aufzufüllen“. Die Rede ist von der Scheinselbstständigkeit. Diese liegt für die beurteilenden Sozialkassen dann vor, wenn eine erwerbstätige Person als selbständiger Unternehmer auftritt, obwohl diese von der Art ihrer Tätigkeit her Arbeitnehmer ist.

Aber wie soll man als Selbständiger oder Auftraggeber wissen, ob es sich um eine in den Augen der Rentenversicherung (RV) scheinselbständige Tätigkeit handelt? Kann man sich, wenn man gewisse Regeln einhält, sicher sein, dass man auf der legalen „sauberen selbständigen Seite“ ist?