Freelancer Empowerment mit dem „Bring Your Own Recruiter“ Programm

Die beste Situation für einen Freelancer ist es, wenn er keine Recruiting Agentur braucht. Er selber hat gute Kontakte zu seinem Kunden, überzeugt diesen von sich und schließt mit ihm einen direkten Vertrag.

Aus unterschiedlichen Gründen will der Kunde aber oft keinen direkten Vertrag mit dem Freelancer haben.

Was dann?

Hoher Vermittlungsaufschlag = hohe Erwartungen an den Freelancer

Letzte Woche wurde ein interessanter Aspekt hoher Vermittleraufschläge auf unseren Freelancer-Tagessatz in eine Online Diskussion eingebracht:

„Der Kunde misst das Preis/Leistungsverhältnis an dem was er zahlt
und nicht an dem was beim Freelancer hängen bleibt.“

Logisch: Wenn ich den Satz eines erfahrenen Experten zahle, dann erwarte ich als Kunde auch einen erfahrenen Experten.

Diese Erwartungshaltung ist also nur verständlich. Aber welche Auswirkung hat ein hoher Aufschlag auf diese Erwartungshaltung?

Aktuelle Diskussion zur 4freelance Genossenschaft auf Xing

Auf Xing könnt Ihr hier eine Diskussion mit dem Titel „Revolution am Vermittlermarkt? Crowdbasierte Genossenschaft“ zu unserer Genossenschaft verfolgen.

Nicht immer besonders fair, aber interessant.

Der Post hat schon 7.660 Views und über 100 Kommentare.

Viele Grüße, Peter

P.S.: Dem Post könnt Ihr auch einige Auszüge aus unserem noch nicht komplett niedergeschriebenen Modell entnehmen.

Aufschlag auf den Freelancer Tagessatz

Warum es uns nicht egal sein kann, wenn ein Vermittler dem Kunden einen hohen Aufschlag auf unseren Tagessatz berechnet

In Gesprächen höre ich oft „Es kann mir doch egal sein, was der Vermittler dem Kunden berechnet. Hauptsache ich bekomme meinen Tagessatz!“

Stimmt das denn? Hat die Höhe der Aufschläge keine Auswirkungen auf uns Freelancer?

Recruiting-Agentur als Genossenschaft

Ich hatte mir einmal vorgenommen, auf 4freelance Endkundenprojekte anzubieten. Bis jetzt ist mir das nur in Einzelfällen gelungen. Skalierbar Endkundenprojekte zu gewinnen, schaffen anscheinend nur Recruiting-Agenturen. Die Kunden lieben Projektvermittler wegen der einfachen Abwicklung und aufgrund ihrer Fähigkeit, schnell (und manchmal auch passgenau) zu liefern. Der einzige Weg, an Endkundenprojekte zu kommen, scheint also, selbst auf dem Markt als Agentur aufzutreten.

Videointerviews mit Recruitingagenturen

Welche Einblicke wünschen Sie sich in die Welt der Projektvermittler?

fragezeichen_grossAktuell können Sie sich über Projektvermittler auf 4freelance informieren indem sie sich Erfahrungsberichte anderer Freelancer durchlesen. Die Eigendarstellung der Projektvermittler war bis jetzt auf Stellungnahmen auf Bewertungen beschränkt. Das wird sich ändern. Neben der geplanten Premium-Darstellung, werde ich ab nächster Woche Videointerviews mit Recruitingagenturen führen und diese hier auf dem Blog und in dem jeweiligen Agentureintrag veröffentlichen. Für die Interviews habe ich mir folgende Fragen überlegt.

Kalkulation der Marge bei Projektvermittlern

464753_original_R_K_B_by_Marko Greitschus_pixelio_titled_JPGKompensationsgeschäfte

Ein weiterer Punkt, welcher die Margen beeinflussen kann. Ich will dieses an einem Beispiel deutlich machen: Die XY AG sucht zwei Entwickler mit identischem Skill und ist bereit für diese Position jeweils 82,-€ auszugeben. Ich finde zwei Kandidaten, welche der Kunde auch haben möchte. Selbst bei gleicher Qualifikation ruft der eine 80,-€ als Stundensatz auf und der andere 70,-€. Der Kunde möchte aber nur im Paket kaufen. Ich mag noch gehofft haben, dass ich den 80,-€-Kandidaten herunterhandeln kann, aber dem ist nicht so. Da ich nun zwei Kandidaten vermitteln kann und in Summe 14,-€ pro Projektstunde (7,-€ je Freelancer) verdienen kann gehe ich den Abschluss ein. Das einer von beiden evtl. überteuert ist oder der andere sich zu billig verkauft ist dabei logisch. Aber ich habe den Abschluss sicher, was bei 500 Projektstunden (gesamt 1.000) immerhin eine Marge von 7.000,- € bedeutet. Passt soweit.

Preferred Supplier List (PSL) Status

projekte prfen

Kundenbetreuung

Die ersten Projekte laufen. Prima. Man fängt an dir investierte Zeit „ausbezahlt“ zu bekommen. Eine Betreuung findet weiterhin statt. Nach den ersten Tagen des Projekts holt man sich ein erstes Feedback. Auf Seiten des Kunden und des Kandidaten. Man besucht auch mal die einzelnen Projekte und achtet auch auf die Zufriedenheit des Kandidaten und des Kunden. Wer nun glaubt, dass immer alles in Ordnung ist, der irrt. Teilweise finden Consultants keine Unterkunft, dann gibt es Fragen zur Rechnungsstellung, dann zwickt es hier, dann zwickt es da. Sie glauben gar nicht, was wir alles möglich machen. Ich will gar nicht jammern, denn wir verdienen immer noch Geld dabei.

Zeit rauben dann noch die Eskalationsfälle. Keiner möchte diese, aber es kommt nun mal vor. Interessanterweise kommen diese Fälle bei den Kunden gehäuft vor, welche zuvor ein zu niedriges Budget veranschlagt hatten. Man bekommt einfach im Regelfall keinen Kandidaten für 80,-€, der alle Anforderungen abdeckt, wenn sich der Marktpreis bei 120,-€ für einen solchen Consultant bewegt. Die Schuld wird dann dennoch oftmals bei dem Vermittler gesucht.

Durch eine gute Kundenbetreuung kommt man dann auch irgendwann einen Schritt weiter. Man ist „plötzlich“ ein bevorzugter Lieferant.

After-Sales Betreuung von Projektvermittlern

Aufträge für FreelancerEs geht voran

Nach seinen ersten Duftmarken beim Kunden hat man es nun erreicht, dass man öfters bei Anfragen berücksichtigt wird. Jetzt ruhig im Sessel zurücklehnen, dann das Geldverdienen geht einfach los? Glauben Sie das wirklich? So ist es nicht. Mit der Aufnahme als fester Lieferant (Preferred Supplier ist noch was ganz anderes) geht die Arbeit erst richtig los. Der Account Manager kann nun Netzwerke beim Kunden aufbauen. Es ist sinnvoll viele Bereiche kennenzulernen, sich damit zu beschäftigen welche Projekte in der Zukunft aufkommen und sich in diesen Themen fitter zu machen.

Die ersten Besetzungen erfolgen und langsam schafft man sich einen Namen in dem Unternehmen und bekommt immer mehr das Vertrauen. Nun ist (sofern überhaupt möglich) die Chance vorhanden, dass man auch mal hier und da die Budgetfrage stellt. Der Account Manager hat sich in die Themen eingefuchst, bewegt sich immer noch an der Oberfläche. Wenn nun ein Account Manager drei bis fünf Konzerne betreut hat er natürlich mit unterschiedlichsten Themen zu tun. Mal ist es ein DWH-Projekt, dann ein Infrastrukturthema, hier ein Prozessberater, da ein ERP Consultant und nicht zuletzt ein Entwickler oder Qualtitätsmanager. Die Liste kann man beliebig fortsetzen.

Zahlungsziele bei Projektvermittlern

rechnungVerträge

Ein leidiges Thema, nicht nur für Sie. Wir bekommen Vertragsvorlagen vom Kunden, spätestens bei der ersten Besetzung. Wir prüfen – genau wie Sie – die Verträge genau. Verhandeln ist eigentlich nicht möglich. Entweder man schluckt den Kundenvertrag oder man ist kein Lieferant. Nun müssen wir die Vertragsdetails des Kunden in unseren Verträgen adaptieren. Es fängt mit irgendwelchen Vertragsstrafen an und endet nicht zuletzt bei den Kündigungsregelungen.

Die nächste Diskussion haben wir dann bei den Beraterverträgen. Ich behaupte, dass unsere Verträge fair sind, aber jeder von Ihnen hat bestimmte Vorstellungen, was um Vertrag stehen darf und was nicht. Anpassungen sind dann oft möglich, dennoch muss ich dafür sorgen, dass die Inhalte des Kundenvertrags nicht vom Beratervertrag abweichen, da ich sonst massive Probleme bekommen kann. Fragen wie „Warum ist ein projektbezogener Kundenschutz enthalten?“ sind dann keine Seltenheit. Will ein Consultant diesen Passus streichen, dann schrillen bei uns die Alarmglocken. Wir haben bereits all die Vorarbeiten (siehe Text bis zu diesem Zeitpunkt) gemacht und ohne diesen Schutz laufen wir Gefahr, dass ein Projektmitarbeiter plötzlich uns hintergeht und direkt das Vertragsverhältnis sucht. Am Ende wird man sich aber dennoch einig, auch wenn es alle Beteiligten Zeit kostet.