Separierter Auftrag

Freiberufliche IT Experten müssen lernen, wie Handwerker als Selbstständige zu agieren

Eine Case Study aus dem Bereich Mainframe Anwendungssoftware

Die Deutsche Rentenversicherung (DRV) beurteilt die Zusammenarbeit zwischen einem freiberuflichen Experten und seinem Auftraggeber oft als „scheinselbstständig“. Dies hat viele negative Folgen für alle Beteiligten.

Ein Großteil der Gründe für diese Beurteilungen ist im Prozess der Einbindung des externen Experten in die Organisation des Auftraggebers zu finden. Diese bestimmt der Auftraggeber. Viele hochqualifizierte Freelancer sind es aber auch gar nicht mehr gewohnt, selbstständig zu agieren, wie jeder normale Handwerker, z.B. ein Küchenbauer.

 

Auswirkungen von teuren Vermittlern

Warum auch Auftraggeber auf die Marge des Vermittlers achten sollten

Auswirkungen von teuren VermittlernAn sich ein blöder Titel .. oder? Es ist ja selbstverständlich, dass der Auftraggeber darauf achtet: Mehr Marge für den Zwischenhändler bedeutet doch einen höheren Preis für den Auftraggeber. Oder?

Das Bild ist aber noch unvollständig. Richtiger ist: Ein Händler kauft möglichst günstig ein und verkauft möglichst teuer.

Im Zusammenhang der Freelancer Vermittlung bedeutet das für den Vermittler in der Realität meist: Den Preis des Kunden akzeptieren und den Freelancer vermitteln, der

(a) den Job für den Kunden erledigen kann und
(b) eine maximale Marge für den Vermittler erwirtschaftet.

Und dann noch eine kleine Nebenbedingung:
(c) so gut zu liefern, dass der Kunde wieder bei dem Vermittler ordert.

Freelancer Empowerment mit dem „Bring Your Own Recruiter“ Programm

Die beste Situation für einen Freelancer ist es, wenn er keine Recruiting Agentur braucht. Er selber hat gute Kontakte zu seinem Kunden, überzeugt diesen von sich und schließt mit ihm einen direkten Vertrag.

Aus unterschiedlichen Gründen will der Kunde aber oft keinen direkten Vertrag mit dem Freelancer haben.

Was dann?

Aufschlag auf den Freelancer Tagessatz

Warum es uns nicht egal sein kann, wenn ein Vermittler dem Kunden einen hohen Aufschlag auf unseren Tagessatz berechnet

In Gesprächen höre ich oft „Es kann mir doch egal sein, was der Vermittler dem Kunden berechnet. Hauptsache ich bekomme meinen Tagessatz!“

Stimmt das denn? Hat die Höhe der Aufschläge keine Auswirkungen auf uns Freelancer?

Spezialisierung als Türöffner

grosser alter SchlüsselEines der größten Probleme vieler Freelancer ist deren Austauschbarkeit – gemeint ist die Wahrnehmung der Auftraggeber, dass die meisten Freelancer das Gleiche anbieten (und können).

Ein anderes Problem ist, dass viele Freelancer zu breit aufgestellt sind – gemeint ist wieder die Wahrnehmung der Auftraggeber.

Das erste Problem bedeutet, dass Auftraggeber meinen, theoretisch jeden x-beliebigen Freelancer mit Kompetenzen für die vorliegende Herausforderung beauftragen zu können. Das zweite Problem dagegen bedeutet, dass Auftraggeber nicht leicht entscheiden können, welcher Freelancer besser geeignet ist, die vorliegende Herausforderung zu meistern. Dieses vermeintliche Paradoxon lösen Auftraggeber dann meist über Recruiting-Agenturen.

Beides sind ernstzunehmende Probleme für Freelancer. Führen sie doch leicht dazu, dass viele lukrative Türen geschlossen bleiben. Glücklicherweise sind beides Marketingprobleme. Will heißen, Freelancer können aktiv etwas tun, um die Wahrnehmung der Auftraggeber zu beeinflussen. Und zwar, indem sie an einer einzigen Schraube drehen.

Nach dem Projekt ist vor dem Projekt

sports houndFußballfans kennen den Spruch „Nach dem Spiel ist vor dem Spiel“ von Sepp Herberger, dem Trainer, der das Wunder von Bern ermöglichte. Es sind sicher einige Interpretationen und Anwendungen auf andere Bereiche möglich. Zwei Interpretationen dieser Binsenweisheit sind für Freelancer bedeutsam.

Erstens kann damit gemeint sein, sich nicht auf Erfolgen auszuruhen oder zu lange mit Niederlagen zu beschäftigen. Was in der Vergangenheit liegt, kann nicht mehr beeinflusst werden. Egal, ob dieses Ereignis in der Vergangenheit gut oder schlecht für uns war. Was zählt, ist das nächste Projekt. Denn es bietet die Möglichkeit, sich neu und von einer besseren Seite zu präsentieren. Der Verlauf und das Ergebnis des nächsten Projekts sollte im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit stehen, sobald wir ein anderes Projekt abgeschlossen haben.

Vom Freelancer zum Experte

vom-freelancer-zum-experten

Die Diskussionen über Notwendigkeit und Lästigkeit von Recruitingagenturen, sowie Vor- und Nachteile direkter Auftragsakquise für Unternehmen und Freelancer zeigen vor allem eines: Freiberufler werden weitestgehend leider immer noch als „Tagelöhner“ wahrgenommen – als „helfende Hände“ (wenn auch oft sehr fähig und versiert). Solch eine Wahrnehmung unterstützt die zunehmende Entwicklung, dass Freelancer wie Ware gehandelt werden.

Wer hat Schuld an dieser Entwicklung? Die Unternehmen, die Risiken und Kosten minimieren wollen? Die Recruitingagenturen, die eine Marktlücke entdeckt haben und sowohl Unternehmern als auch Freiberuflern Zeit und Aufwand sparen? Oder die Freelancer, die ihre eigene Zeit und Kraft lieber in Projekte, als in die Jagd nach Kunden investieren?

Jetzt kann man als Freelancer alles auf die Unternehmen und Recruitingagenturen schieben und sich grämen. Oder versuchen, einen anderen Weg einzuschlagen. Ein Weg, der vorbei an den Agenturen, direkt zu den Auftraggebern führen kann.

Endkunden Projekte finden

Endkunde
Laut einer Umfrage von Gulp werden 73 Prozent der IT-Projekte über Recruitingagenturen vermittelt. Eigentlich sind Freelancer auf Projektvermittler angewiesen. Dennoch höre ich in Gesprächen immer wieder den Wunsch Projekte direkt akquirieren zu können. Das Problem dabei ist, dass die Projektangebote von Endkunden nicht gefunden werden. Selbst auf Jobboards, die sich auf Projekte für Freelancer spezialisiert haben, gehen Angebote von Endkunden unter. Aktuell gibt es auf 4freelance 2765 Projektangebote, davon stammen zwei von Endkunden. Das sind weniger als 0,1 Prozent der Projektangebote.
Damit diese Projekte nicht mehr untergehen, werden diese Projekt mit einem Icon „Endkunde“gekennzeichnet. Icon Endkunde
Außerdem erscheinen die Endkundenprojekte auf 4freelance immer ganz oben in den Suchergebnissen, direkt nach maximal drei Sponsored Jobs. Etwas Geld muss ich auch verdienen 😉

Das passt mir an Recruiting Agenturen nicht

Gastbeitrag von Robert FlachenäckerMrz_2013_A_sw_klein

Liebe Kolleginnen und Kollegen, Agenturen,

in einer Diskussion auf XING kam zum Teil eine deutliche Unzufriedenheit in Zusammenarbeit mit Agenturen zutage. Hays, als größter der Branche, zieht naturgemäß gleich viel Kritik wie Lob auf sich. Sicher finden wir gleich viele Aussagen für oder gegen Hays.

Ich habe mal überlegt, warum eigentlich so ein deutliche hörbares Knurren durch die Branche zieht, wenn von Vermittlern die Rede ist und ich habe für mich folgende Gründe gefunden, die – rational gerechtfertigt oder nicht – bei mir ein Knurren erzeugen. Aus Gesprächen mit KollegInnen weiß ich, dass ich nicht alleine bin. Somit gebe ich diese Gründe auch gerne auch im Sinne einer Anregung an „Die Recruiter“ weiter.