GULP Stundensatz-Umfrage geht weiter

Zwischenbilanz der großen GULP Stundensatz-Umfrage 2015
Bitte weiter mitmachen

GULP Stundensatz-Umfrage 2015

Wie eine erste Auswertung der großen Stundensatz-Umfrage 2015 von GULP ergab, erhalten im Augenblick 45,4 Prozent der Befragten – 2,1 Prozentpunkte mehr als im Vorjahr – einen höheren Stundensatz als bei ihrer vorherigen Projekttätigkeit. Demgegenüber stieg die Anzahl von freiberuflichen IT- und Engineering-Experten, deren Stundensatz derzeit niedriger liegt als beim letzten Projekteinsatz gegenüber der Auswertung 2014 um 11,2 Prozentpunkte. Gleichzeitig sank der Anteil an Befragten, bei denen das Honorar gleich geblieben ist, von 33,2 auf lediglich noch 19,8 Prozent.

Auswirkungen von teuren Vermittlern

Warum auch Auftraggeber auf die Marge des Vermittlers achten sollten

Auswirkungen von teuren VermittlernAn sich ein blöder Titel .. oder? Es ist ja selbstverständlich, dass der Auftraggeber darauf achtet: Mehr Marge für den Zwischenhändler bedeutet doch einen höheren Preis für den Auftraggeber. Oder?

Das Bild ist aber noch unvollständig. Richtiger ist: Ein Händler kauft möglichst günstig ein und verkauft möglichst teuer.

Im Zusammenhang der Freelancer Vermittlung bedeutet das für den Vermittler in der Realität meist: Den Preis des Kunden akzeptieren und den Freelancer vermitteln, der

(a) den Job für den Kunden erledigen kann und
(b) eine maximale Marge für den Vermittler erwirtschaftet.

Und dann noch eine kleine Nebenbedingung:
(c) so gut zu liefern, dass der Kunde wieder bei dem Vermittler ordert.

Spezialisierung als Türöffner

grosser alter SchlüsselEines der größten Probleme vieler Freelancer ist deren Austauschbarkeit – gemeint ist die Wahrnehmung der Auftraggeber, dass die meisten Freelancer das Gleiche anbieten (und können).

Ein anderes Problem ist, dass viele Freelancer zu breit aufgestellt sind – gemeint ist wieder die Wahrnehmung der Auftraggeber.

Das erste Problem bedeutet, dass Auftraggeber meinen, theoretisch jeden x-beliebigen Freelancer mit Kompetenzen für die vorliegende Herausforderung beauftragen zu können. Das zweite Problem dagegen bedeutet, dass Auftraggeber nicht leicht entscheiden können, welcher Freelancer besser geeignet ist, die vorliegende Herausforderung zu meistern. Dieses vermeintliche Paradoxon lösen Auftraggeber dann meist über Recruiting-Agenturen.

Beides sind ernstzunehmende Probleme für Freelancer. Führen sie doch leicht dazu, dass viele lukrative Türen geschlossen bleiben. Glücklicherweise sind beides Marketingprobleme. Will heißen, Freelancer können aktiv etwas tun, um die Wahrnehmung der Auftraggeber zu beeinflussen. Und zwar, indem sie an einer einzigen Schraube drehen.

Wer verdient mehr – Freiberufler oder Festangestellte?

grafik24

Die Mehrheit der IT-/Engineering-Freelancer (78,9 Prozent) ist der Meinung, dass einem Selbstständigen mehr zum Leben übrig bleibt als einem Festangestellten. „Hier sind sich Freiberufler aller Altersklassen und aller Erfahrungslevel einig – egal ob sie derzeit im Projekt sind oder nicht. Kein Wunder also, dass Freelancer von ihrer Art zu arbeiten so überzeugt sind“, so Stefan Symanek, Marketing-Leiter von GULP,.

Stundensätze von IT-Freiberuflern

grafik1

Ergebnisse der Befragung von GULP unter mehr als 2.100 IT-Freelancern im Januar 2013

IT-Freiberufler verdienen im Durchschnitt etwa 79 Euro, nur ein Drittel arbeitet unterhalb der 70-Euro-Grenze. Mehr als die Hälfte der IT-Selbstständigen bekommt als Stundensatz genau das, was sie bei den Vorverhandlungen gefordert haben. Damit ist die Zufriedenheit recht hoch. Zu diesen und weiteren Ergebnissen kam eine aktuelle Umfrage des Projektportals GULP. Die Details erläutert dieser Artikel.

Spezialisierung als Freelancer

121220-spezialist_JPGEine häufig gegebene Empfehlung ist die, sich zu spezialisieren.

Argumentation: Wer sich spezialisiert, bearbeitet ein begrenztes Gebiet bzw. eine bestimmte Lösung immer wieder, hat dadurch hohe Lerngewinne und wird deshalb mittelfristig besser in dieser Problemlösung als andere, demnach gefragter auf dem Markt.

Hierbei ist es allerdings wichtig, die Spezialisierung nicht zu weit und nicht zu eng zu fassen.

Ist meine Spezialisierung zu eng, habe ich möglicherweise nicht genug Kunden, weil nicht genug Wirtschaftsakteure Spezialwissen über ein so kleines Gebiet nachfragen.

Ist meine Spezialisierung dagegen zu weit gefasst, verliere ich den Spezialisten-Vorteil, weil ich nicht mehr focussiert genug bin, um wesentliche Lerngewinne zu erzielen.

Im Aufwind: IT- und Engineering-Freiberufler verdienen besser denn je

IT- und Engineering-Freiberuflern geht es gut wie selten zuvor. Diesen Schluss lässt zumindest die aktuelle GULP Stundensatz-Auswertung zu.

Hohe Honorar-Forderungen auf der einen Seite und eine hohe Wahrscheinlichkeit auf Erfüllung dieser Forderungen auf der anderen Seite sprechen für eine große Nachfrage nach freiberuflichen IT-Experten.

Marktungleichgewicht bei Freelancern

Strategie im Angebot und Operatives in der Nachfrage

Zum jetzigen Zeitpunkt, im Mai 2012, ist der Markt für kaufmännische Projekte ohnehin klein. Eine reale Anzahl von Freiberufler-Einsätzen zu ermitteln, ist schwierig, denn

  • einige Projekte werden von mehreren Agenturen zugleich ausgeschrieben und sehen deshalb nach mehr aus
  • manche Projekte existieren gar nicht, sondern werden aus gänzlich anderen Gründen ausgeschrieben, siehe mein Artikel über Fake-Projektanfragen